Tour de France:

Winokurow stürzt und verliert Zeit

Andreas Klöden war bei der Sturz-Serie im Glück, sein Kapitän Alexander Winokurow dagegen verletzte sich und fiel zurück.

Autun (dpa) - Der geständige Doping-Sünder Erik Zabel eroberte am Donnerstag bei der Tour de France trotz einer Panne das Grüne Trikot. Als Nutznießer der chaotischen fünften Etappe von Chablis nach Autun über 182,5 Kilometern ging auch sein Landsmann Klöden hervor, der damit den teaminternen Machtkampf um den Chefposten gegen seinen Kapitän Winokurow vorerst für sich entscheiden konnte. "Es kam alles zusammen", sagte Astana-Sportdirektor Mario Kummer.

Während Winokurow im Ziel 1:20 Minuten auf Klöden einbüßte, hielt sein Teamkollege den Rückstand zum Gelben Trikot. Klöden liegt weiter 33 Sekunden hinter Spitzenreiter Fabian Cancellara. Der Schweizer in Diensten des dänischen CSC-Teams versteuerte sich in einer Kurve im Finale, blieb aber auf dem Rad. Die dramatische Etappe gewann Filippo Pozzato (Italien) vor dem dreimaligen Weltmeister Oscar Freire (Spanien).

Winokurow erwischte es 22 Kilometer vor dem Ziel heftig an Arm und Gesäß, als er mit einem Motorrad-Kameramann kollidierte. Klöden, jetzt wieder Zweiter im Gesamtklassement, stürzte nach 107 Kilometern, musste vom Arzt behandelt werden, konnte aber danach die Fahrt fast ungebremst fortsetzen. Aber auch er musste sich nach einer Aufholjagd wieder in die Spitzengruppe vorkämpfen.

Im Finale musste Winokurow dann hart arbeiten, um wenigstens noch an die Verfolger des ersten Pelotons mit Hilfe seiner Team-Kollegen zu schaffen. Unmittelbar nach dem Sturz war er mehr als zwei Minuten hinter der Spitze, davon reduzierte er wenigstens noch 40 Sekunden. Zehn Kilometer vom Ziel war Winokurow auf sich alleine gestellt, weil seine Teamkollegen das Aufholtempo nicht halten konnten.

Rund 32 Kilometer vor dem Ziel musste auch Erik Zabel eine unliebsame Unterbrechung seiner Dienstfahrt durch einen Defekt in Kauf nehmen. Der Berliner wurde von seiner kompletten Milram-Mannschaft wieder an das rasende Hauptfeld herangefahren und konnte den ersten Platz des besten Sprinters von Tom Boonen ergattern. "Jetzt ist noch viel zu früh, an das Grüne Trikot in Paris zu denken", sagte Zabel.

Klöden verletzte sich bei seinem Sturz nur leicht und wurde von seinem Teamkollegen Daniel Navarro (Spanien) wieder ans Feld geführt. Der Wahlschweizer und Winokurows Landsmann Andrej Kaschetschkin waren die einzigen Astana-Profis, die nicht an der Hilfsaktion für den Kasachen teilnehmen mussten.

Stefan Schumacher vom Team Gerolsteiner hatte sich die Etappe mit acht kleineren Anstiegen der Kategorien 2 bis 4 herausgepickt, um eigene Akzente zu setzten. Der Sieger des Amstel Gold Race im April musste aber seinen Plan begraben. Er kam über den 8. Platz nicht hinaus.