Tarifstreit: Transnet und GDBA wollen einheitliche Lösung

Streik ausgesetzt neues Angebot der Bahn

Mit einem neuen Angebot an die Gewerkschaften will die Bahn AG eine weitere Eskalation des Tarifstreits verhindern. Der Vorstand des Konzerns sagte Transnet und GDBA am Mittwoch in einem Spitzengespräch zu, seine Vorschläge am Donnerstag vorzulegen.

Berlin. Mit einem neuen Angebot an die Gewerkschaften will die Bahn AG eine weitere Eskalation des Tarifstreits verhindern. Der Vorstand des Konzerns sagte Transnet und GDBA am Mittwoch in einem Spitzengespräch zu, seine Vorschläge am Donnerstag vorzulegen. Anschließend wollen die Tarifkommissionen der Gewerkschaften entscheiden, ob sie ihren Streik fortsetzen. Für Donnerstagmorgen sind zunächst keine weiteren Aktionen geplant.

An dem Spitzengespräch nahmen Bahnchef Hartmut Mehdorn sowie die Gewerkschaftschefs Norbert Hansen (Transnet) und Klaus-Dieter Hommel (GDBA) teil. Die beiden Gewerkschaften hatten am Montag mit ihren Streikaktionen begonnen. Am Dienstag schloss sich auch die Lokführer-Gewerkschaft GDL an, mit der die Bahn am Donnerstag in Frankfurt am Main separate Gespräche führen will.

Die GDL stellt mit einer Gehaltserhöhung von bis zu 31 Prozent eine deutlich höhere Tarifforderung als die anderen beiden Gewerkschaften, die sieben Prozent verlangen. Transnet und GDBA pochen trotzdem auf einen einheitlichen Tarifabschluss.

Die Bahn hat bislang eine Gehaltserhöhung von zwei Prozent und 300 Euro Einmalzahlung angeboten. Die Gewerkschaften lehnten den Vorschlag als "Almosen" ab. Transnet-Chef Hansen wies den Blockade-Vorwurf des Konzerns zurück. "Das ist eine Unverschämtheit", betonte er. Die Bahn-Mitarbeiter hätten jetzt den Anspruch, nach Jahren des Verzichts angemessen am Ergebnis des Konzerns beteiligt zu werden.

Die Gewerkschaften erwarteten ein "deutlich verbessertes Angebot", sagte Hansen. Wenn es eine ausreichende Perspektive für den Abschluss der Tarifverhandlungen biete, würden die Streikaktionen ausgesetzt. Wenn das Angebot nicht ausreiche, werde der Arbeitskampf ausgeweitet. Am Donnerstagmorgen werden die Verhandlungskommissionen der beiden Gewerkschaften tagen.