Hotelbranche: 26-Milliarden-Dollar-Deal

Blackstone übernimmt Hilton

Die US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone dringt mit der Übernahme weiter in die Hotelbranche vor.

New York. Die US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone dringt weiter in die lukrative Hotelbranche vor und übernimmt für rund 26 Milliarden Dollar die Hilton-Gruppe. Das Management der Hotelkette habe dem Geschäft bereits zugestimmt, teilte Blackstone am Dienstag mit. Demnach zahlt der erst unlängst an die Börse gegangene Finanzinvestor für jede Hilton-Aktie 47,50 Dollar und nimmt zudem die Schulden des Konzerns auf sich. Die Übernahme solle im vierten Quartal 2007 abgeschlossen werden.

Blackstone kündigte Investitionen an, um das Hilton-Geschäft anzukurbeln, zu dem unter anderem die Marken Doubletree und The Waldorf-Astoria Collection gehören. Die Branche boomt seit einigen Jahren - die große Nachfrage erlaubt es den Hoteliers, die Preise kontinuierlich zu erhöhen. Blackstone besitzt bereits diverse Hotel- und Freizeitanlagen. Insgesamt zählten dazu mehr als 100 000 Zimmer in den USA und Europa.

Zuletzt hatten Renovierungskosten den Gewinn der Hilton-Gruppe gedrückt. Im Mai trennte sich der Konzern bereits von den auch in Deutschland verbreiteten Scandic-Hotels und nahm dadurch gut eine Milliarde Dollar ein, die in den Schuldenabbau gesteckt werden sollten. Die Hilton-Gruppe war 1919 von Conrad Hilton gegründet worden, dem Urgroßvater des US-Partygirls Paris Hilton.

Dass Investorengruppen milliardenschwere Angebote für Hotels abgeben, ist längst keine Seltenheit mehr. So willigte der Luxus-Hotelbetreiber Four Seasons im Februar in eine gut drei Milliarden schwere Übernahmeofferte einer Gruppe um den US-Milliardär Bill Gates ein. Das Blackstone-Angebot für Hilton ist aber das bislang höchste dieser Art in der jüngeren Vergangenheit.