Londoner Polizei verstärkt Kontrollen nach Bombenfunden

In London hat die Polizei am Samstag einen Tag nach den Bombenfunden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. "Es wird noch mehr Polizeikontrollen geben", kündigte der Chef der Anti-Terror-Polizei, Peter Clarke, an. Die Ermittlungen dauerten an. Aus Geheimdienstkreisen verlautete, eine Verbindung zur radikal-islamischen Terrororganisation Al-Kaida könne nicht ausgeschlossen werden. Es spreche vieles für einen Zusammenhang mit dem internationalen Terrorismus, sagte ein Vertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Der Sender Sky News berichtete, der erste Sprengsatz in einem der beiden Autos sollte mit einem Mobiltelefon ferngezündet werden. Die Polizei bestätigte das zunächst nicht. Clarke hatte am Freitag auf Ähnlichkeiten zu einem früheren Anschlagsplan aus dem Jahr 2004 hingewiesen, hinter dem ein mittlerweile verurteilter Al-Kaida-Anhänger gesteckt habe.

Eine Mischung aus Glück und schnelles Handeln hatte die britische Hauptstadt am Freitag vor möglicherweise verheerenden Bombenanschlägen bewahrt. Die Polizei hatte nach einem Hinweis von Rettungssanitätern zunächst einen Sprengsatz in einem Auto entdeckt, später einen zweiten, ebenfalls in einem Auto. Den Angaben nach gab es eine eindeutige Verbindung zwischen den Funden in den Fahrzeugen, beide vom Typ Mercedes. Bereits die erste Bombe hätte nach Angaben von Scotland Yard viele Menschen getötet oder verletzt. Sie wurde vor einem Nachtclub gefunden, indem sich hunderte Gäste befanden.

London ist am Wochenende Schauplatz mehrerer Großveranstaltungen: am Samstag wurden zehntausende Menschen zu einer Schwulen-Parade durch die Innenstadt erwartet. Zudem wird derzeit das Tennisturnier in Wimbledon ausgetragen. Auch zu einem Konzert zu Ehren der vor zehn Jahren gestorbenen Prinzessin Diana wurden viele Besucher erwartet.