Monsunregen

Mehr als 300 Tote in Indien und Pakistan

Allein in einem Slum der pakistanischen Küstenstadt Karatschi starben nach Angaben einer Hilfsorganisation 200 Menschen.

Neu Delhi. Die ersten schweren Monsunregen in Süd- und Westindien sowie Teilen Pakistans haben mehr als 300 Menschen in den Tod gerissen. In Indien waren die Bundesstaaten Andhra Pradesh am Golf von Bengalen und Karnataka an der Westküste besonders betroffen. Hier starben allein über 80 Menschen, wie Medien berichteten.

Die meisten Opfer in Karatschi stammten nach Angaben der Hilfsorganisation Edhi, die auch Leichenschauhäuser betreibt, aus einem Slumviertel. Sie seien beim Einsturz von Gebäuden ums Leben gekommen oder durch Stromschläge von unter Wasser liegenden Leitungen getötet worden. Zunächst hatten die Behörden von 40 Todesopfern gesprochen.

Im Bundesstaat Andhra Pradesh am Golf von Bengalen waren am Wochenende viele Küstenorte überschwemmt worden. Allein im Bezirk Kurnool, der am härtesten betroffen war, wurden 85 000 Menschen in Sicherheit gebracht und auf 50 Lager verteilt. Überall im Bundesstaat waren Straßen unpassierbar. Hunderte Menschen saßen stundenlang in Bussen und Bahnen fest, die tief im Wasser standen und nicht weiterkamen, hieß es.

Im Bundesstaat Kerala starben mindestens 30 Menschen bei den Überschwemmungen. Im weiter nördlich gelegenen Bundesstaat Maharashtra kamen mindestens 13 Menschen ums Leben, die meisten davon in der Stadt Pune, wo zwei Gebäude einstürzten.

Schwer traf es am Sonntag auch die Metropole Bombay im Bundesstaat Maharashtra, wo zwei Menschen starben. Dort waren im Stadtzentrum auch die großen Straßen überschwemmt. Autos mussten durch die Fluten geschoben werden. Auch der Bahn- und Flugverkehr in Indiens Finanzmetropole war betroffen. Am Abend begannen die Fluten auf den Straßen abzulaufen.

Für die nächsten Tage ist keine Besserung in Sicht. Die Wetterdienste rechnen in den Bundesstaaten mit weiteren Unwettern.