Hamburg: Drei Jahre Haft für früheren Hockeytrainer

Missbrauch: Urteil kurz vor Verjährung

Der jetzt 44 Jahre alte Mann hatte gestanden, sich 1988 mehrfach an zwei Jungen seiner Mannschaft vergangen zu haben.

Hamburg. Das Hamburger Landgericht hat einen früheren Hockeytrainer kurz vor der Verjährung seiner Straftaten wegen Kindesmissbrauchs zu drei Jahren Haft verurteilt. Der jetzt 44 Jahre alte Mann hatte gestanden, sich 1988 mehrfach an zwei Jungen seiner Mannschaft vergangen zu haben.

Das Hauptopfer, ein heute 27 Jahre alter Rechtsreferendar, hatte den ehemaligen Trainer erst 19 Jahre nach der Tat angezeigt. Er beschäftige sich jeden Tag mit dem erlittenen Missbrauch, sagte der junge Mann. "Dieser Fall zeigt, welche Auswirkungen das auf ein Kind hat", meinte der Richter.

Der Angeklagte, der nach eigenem Bekunden eine glückliche Ehe führt und Vater ist, war 1993 bereits wegen einer einschlägigen Tat zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Danach habe er kein Kind mehr angefasst, beteuerte der Mann. Nach eigenem Bekunden war er als Kind selber ein Opfer von sexuellem Missbrauch geworden. Bei den Übergriffen auf die beiden Jungen seiner Mannschaft sei es um Liebe gegangen, nicht um Sex, sagte der reuige Angeklagte. "Dem Sühnebedürfnis des Opfers ist Rechnung zu tragen, darum müssen Sie ins Gefängnis", meinte der Richter.

Das Gericht blieb mit dem Urteil knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte für eine Bewährungsstrafe plädiert.