Unglück: Nach tödlichem Busunfall

Polizei ermittelt gegen Lkw-Fahrer

Die gute Nachricht: Kein Verletzter schwebt mehr in Lebensgefahr. Gegen den Fahrer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Dessau. Nach dem schweren Busunfall in Sachsen-Anhalt mit 13 Toten schwebt keiner der Verletzten mehr in Lebensgefahr. Bei zwei Schwerstverletzten habe sich in der Nacht zum Dienstag der Zustand soweit stabilisiert, dass er nicht mehr lebensbedrohlich sei, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Dessau am Dienstag. Insgesamt seien bei dem Unfall 36 Menschen verletzt worden, fünf mehr als am Montag noch von der Polizei mitgeteilt. Bei den Toten handelt es sich demnach um sieben Männer und sechs Frauen aus der Gemeinde Hopsten im nördlichen Münsterland im Alter zwischen 47 und 81 Jahren. Sie gehörten zu einer 48-köpfigen Reisegruppe des landwirtschaftlichen Ortsvereins Hopsten, die sich auf dem Weg nach Dresden befand.

Der am Ende eines Staus im Schritttempo fahrende Bus war am Montagnachmittag auf der Autobahn A14 von einem auffahrenen Lastwagen von der Fahrbahn geschoben worden und mehrere Meter eine Böschung hinunter gestürzt. Gegen den Lkw-Fahrer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, sagte der Polizeisprecher. Er steht unter dem Verdacht der Körperverletzung mit Todesfolge und der Herbeiführung eines schweren Verkehrsunfalls. Weil der Fahrer bei dem Zusammenstoß selbst verletzt wurde, konnte er noch nicht befragt werden. Der Geschäftsführer des Transportunternehmens sagte dem Fernsehsender n-tv, der Lkw-Fahrer habe ihm berichtet, er habe nach einer Flasche gegriffen und im nächsten Moment beim Aufschauen den Bus vor sich gesehen.