LBS-Studie:

Die Stadt soll Grundstücke verschenken

Viele Familien zieht es ins Umland und der Grund sind die hohen Wohnkosten in der Hansestadt. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Bausparkasse LBS Hamburg. Nun sei es Zeit für "spektakuläre Gegenmaßnahmen".

Hamburg. Um den Abwanderungs-Trend umzukehren, müssten nach Ansicht der LBS Hamburg mehr preiswerte Häuser gebaut werden. Dafür sei das Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft. "Vor spektakulären Maßnahmen soll die Stadt Hamburg dabei nicht zurückschrecken", sagte der Vorstandssprecher der LBS, Matthias Pietsch. Er könne sich sogar vorstellen, dass die Stadt als Maßnahme in manchen Gebieten einige Grundstücke verschenke.

Hamburg sei zwar eine wachsende Stadt, doch leben in nur noch 19 Prozent der Hamburger Haushalte Kinder unter 18 Jahren. Vor 25 Jahren waren es noch vier Prozentpunkte mehr. Wanderungsgewinne verzeichne die Stadt vornehmlich bei der Gruppe der 18- bis 30-jährigen. Bei den 30- bis 45-jährigen sei die Abwanderung um einiges höher als die Zuwanderung in dieser Altersgruppe.

Besonders betroffen von den Preisen auf dem Wohnungsmarkt sind Familien mit einem monatlichen Netto-Einkommen bis zu 2000 Euro. Diese könnten sich in Hamburg kaum ein Eigenheim leisten. "Für diese Einkommensgruppe ist das Umland um einiges attraktiver, denn dort liegen die Preise für ein Eigenheim bis zu 40 Prozent niedriger als im Stadtgebiet", sagte Pietsch. Allerdings werde oft bei der Kalkulation übersehen, dass durch den Umzug ins Umland die Kosten beim Pendeln stiegen. Denn zwei Drittel derjenigen, die ins Umland abwandern, hätten ihren Arbeitsplatz noch in Hamburg. In einigen Fällenüberstiegen diese Kosten sogar die Einsparung beim Kauf des Eigenheims.