125 Jahre Kieler Woche:

Ein Fest der Superlative zum Jubiläum

Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt läutet die „fünfte Jahreszeit“ im Norden ein: An diesem Sonnabend beginnt an der Förde die Kieler Woche, zu der 3,5 Millionen Besucher aus aller Welt erwartet werden.

Kiel. Das Ereignis ist jetzt 125 Jahre alt und soll auch deshalb ein besonderes Fest der Superlative werden. Mit einem großen Heißluftballon-Treffen und einer spektakulären "Titanic"-Ausstellung mit Hunderten vom Meeresgrund geborgenen Originalteilen des gesunkenen angeblichen Traumschiffes gibt es diesmal besondere Attraktionen über das "normale" Segel- und Volksfestprogramm hinaus.

Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) wird das weltweit größte Segelereignis, das zugleich als größtes Sommerfest im Norden Europas gilt, am Sonnabendabend mit Weltseglerpräsident Göran Petersson eröffnen. 1381 Boote sollen bei den Segelregatten im Olympischen und internationalen Teil an den Start gehen. Teilnehmer aus 43 Nationen sind dabei. Bei Regattabegleitfahrten können die Kieler-Woche-Gäste fast hautnah die Wettkämpfe verfolgen.

Zur traditionellen Windjammerparade sollen am zweiten Kieler-Woche-Sonnabend am 23. Juni etwa 100 Groß- und Traditionssegler für ein prächtiges Bild auf der Förde sorgen. Hinzu kommen viele Begleitboote. An der Spitze fährt als Führungsschiff an Stelle der in Nordamerika weilenden "Gorch Fock" die "Thor Heyerdahl".

Zwei Dutzend Zerstörer, Kreuzer, Freegatten und Korvetten aus zehn Staaten werden zum Flottentreffen im Marinestützpunkt festmachen. Am Eröffnungswochenende dürfen Interessierte beim "Open Ship" an Bord.

Mehr als 1500 Veranstaltungen stehen auf dem Kalender des Sommerfestes - vom Klassik-Open-Air bis zum Kleinkunst-Auftritt. Zu den 300 Bands und Einzelinterpreten gehören Roger Cicero, Bonnie Tyler, Sasha, Peter Kraus, Jethro Tull, Kim Wilde, Juli, Bap und die Leningrad Cowboys.

Große Namen sind auch im Spiel, wenn das Institut für Weltwirtschaft an diesem Sonntag seinen Weltwirtschaftspreis vergibt - an Altbundeskanzler Helmut Schmidt, Ökonomie-Nobelpreisträger Amartya Sen und IKEA-Gründer Ingvar Kamprad. Um den demographischen Wandel geht es diesmal beim Kieler-Woche-Gespräch von Parlamentariern der Ostsee-Anliegerstaaten im Landtag.

Wie seit vielen Jahren lockt auch der Internationale Markt wieder mit kulinarischen Spezialitäten aus 30 Ländern. Neben Dänemark sind dort Frankreich, Argentinien, Australien, die Türkei, China, Russland und Ruanda vertreten.

Für Kinder geht es wieder an der traditionellen Spiellinie rund, auf der sich die Mädchen und Jungen im Handwerk ausprobieren und herumtoben können. Sie basteln, hämmern und malen in diesem Jahr unter dem Motto "Im riesengroßen Zwergenland". Am Schluss des neuntägigen Festes steht ein "Sternenzauber über Kiel" - das große Höhenfeuerwerk über der Förde am späten Sonntagabend kommender Woche, begleitet von stimmungsvoller Musik.