Hamburg: Anrufe besorgter Eltern

NPD-Parteibuch: Lehrerin vom Unterricht freigestellt

Die umstrittene Musiklehrerin ist außerdem in der als rechtsextrem eingestuften Heimattreue Deutsche Jugend aktiv. Ihre Gesinnung ist dem Verfassungsschutz seit längerem bekannt. Gleiches gilt für ihren Mann.

Hamburg. Die Hamburger Schulbehörde hat die umstrittene Musiklehrerin mit NPD-Parteibuch vom Unterricht an einer Grundschule freigestellt. "Wir haben die Lehrerin heute vom Unterricht freigestellt, weil kurz und mittelfristig mit einer Gefährdung des Schulfriedens zu rechnen ist", sagte Behördensprecher Alexander Luckow. Sie werde in den Innendienst versetzt. An der Schule selbst werde sie nicht mehr unterrichten. Der Freistellung war ein klärendes, jedoch nicht erfolgreiches Gespräch mit der Lehrerin vorangegangen. Außerdem habe es bereits Anrufe besorgter Eltern gegeben.

Ende vergangener Woche war bekannt geworden, dass die Lehrerin Mitglied der rechtsextremen NPD ist, gleichzeitig jedoch Kindern der zweiten und dritten Klasse Musikunterricht gab. Laut NDR unterstützt sie außerdem aktiv die als rechtsextrem eingestufte Heimattreue Deutsche Jugend. Ihre Gesinnung ist dem Verfassungsschutz seit längerem bekannt. Gleiches gilt für ihren Mann. "Das Ehepaar ist uns seit längerem als Unterstützer rechtsextremistischer Parteien bekannt", hatte der Vizechef des Landesverfassungsschutzes Manfred Murck dem Hamburger Abendblatt gesagt.

Zunächst hatte die Schulbehörde argumentiert, dass gegen die Studienrätin nicht vorgegangen werden könne, so lange sie sich keiner Dienstvergehen schuldig mache. Die Mitgliedschaft in einer verfassungsfeindlichen, aber nicht verbotenen Organisation allein reiche nicht aus. Da seien der Behörde juristisch die Hände gebunden. Die SPD hatte dies heftig kritisiert.