Studie: Kids sitzen zu lange vorm Bildschirm

Viele Kinder sind Bewegungsmuffel

Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Fußballspielen sind vielen Kids ein Graus. Jetzt sollen Bewegungscamps helfen.

Hamburg. Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) hatte die Befragung von 100 Kinderärzten in Deutschland bei der Forsa in Auftrag gegeben. Das am Montag veröffentlichte Ergebnis ist erschreckend. Die Folgen des Bewegungsmangels zeigen sich den Medizinern zufolge bereits in deren Praxen: 95 Prozent der Ärzte beobachteten mangelnde Beweglichkeit bei den jungen Patienten. 89 Prozent stellten Koordinationsprobleme fest und 86 Prozent diagnostizierten Haltungsschäden.

Schon einen Ball zu halten, bereite vielen Kindern Schwierigkeiten. Auch die Balance könnten sie nicht halten und "wackelten" gewaltig, sagten die Ärzte. Die DAK kündigte daher an, gemeinsam mit dem Deutschen Leichtathletik Verband (DLV) die bundesweite Aktion "Bewegungscamps" zu starten. In den Städten Kiel, Köln, Berlin und Stuttgart könnten Jugendliche sich in den nächsten Wochen jeweils zwei Tage lang mit Spaß austoben.

"Mit den Bewegungscamps sollen DAK und DLV vor allem Teenager motivieren. Ein Alter, in dem für viele eher PC-Spiele oder rumhängen mit der Clique zählen", betonte die Kasse. Tatsächlich liege es nach Meinung von 98 Prozent der befragten Ärzte an zu intensivem Fernsehkonsum und stundenlangem Sitzen vor dem Computer, dass den Kids häufig schon nach wenigen Minuten die Puste ausgehe. "Laufen, Springen, Werfen und anschließend in der "Just-Relax-Zone" erholen - die Bewegungscamps bieten Sport mit Eventcharakter und machen es den Teens leicht, aktiv zu sein", meinten die Initiatoren.