Serientäter: Mehr als 500 Einbrüche in Deutschland und Österreich

Mutmaßlicher Mörder von Blankenese identifiziert

Der Verdächtige ist dank internationaler Polizei-Zusammenarbeit als ein 62-jähriger Mann aus Uruguay identifiziert worden. Das BKA konnte mit einem Abgleich der Fingerabdrücke über Interpol die Herkunft des vor zehn Tagen in Wiesbaden verhafteten Mannes klären.

Wiesbaden/Hamburg. Der mutmaßliche Mörder eines Mannes aus Hamburg-Blankenese ist dank internationaler Polizei-Zusammenarbeit als ein 62-jähriger Uruguayer identifiziert worden. Das Bundeskriminalamt (BKA) habe mit einem Abgleich der Fingerabdrücke über Interpol die Herkunft des vor zehn Tagen in Wiesbaden verhafteten Mannes klären können. Das teilten das Landeskriminalamt Hessen und die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt mit.

Der 1,58 Meter große Mann steht im Verdacht, am 1. Oktober 2004 bei einem Einbruch in Blankenese den Wohnungsbesitzer aus nächster Nähe erschossen zu haben. Bei drei Einbrüchen in Mainz und Wiesbaden in den Jahren 2000 bis 2003 soll der Serientäter ebenfalls geschossen haben, in einem Fall im Juni 2004 hat er laut Polizei eine Frau mit der Pistole bedroht.

Es steht derzeit auf Grund der unterschiedlichen Tatorte noch nicht fest, ob das Verfahren bei den hessischen Behörden verbleibt. "Es ist noch unklar, ob der Fall wegen des Mordes von der Staatsanwaltschaft Hamburg übernommen wird oder ob wir das Verfahren abgeben", sagte ein Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft. Der Mann war am 1. Juni in Wiesbaden festgenommen worden und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Er schweige nach wie vor zu den Vorwürfen, berichtete das hessische LKA. Die Ermittler hatten mehrere Tage gebraucht, um seine Unterkunft zu finden. Hinweise aus der Bevölkerung führten sie schließlich zu einer Wohnung in der Mainzer Innenstadt. Bei der Durchsuchung der Wohnung habe die Polizei Gegenstände gefunden, "die mit einiger Wahrscheinlichkeit zurückliegenden Einbrüchen zugeordnet werden können", erklärte das LKA.

Die Identität konnten die Behörden im Zusammenhang mit einem Einbruch in Rom klären. Damals seien nicht nur die Fingerabdrucke des Mannes genommen, sondern auch seine Personalien festgestellt worden, berichtete das LKA. Der Mann soll allein in Deutschland und Österreich mehr als 500 Einbrüche begangen haben. Den tödlichen Schuss in Blankenese hat er nach Ermittlungen der Polizei abgefeuert, weil der Wohnungsinhaber ihn verfolgt hatte. Gen-Spuren von diesem Tatort stimmten mit dem Speichel des Verdächtigen überein. Auch 50 Einbrüche ordnet die Polizei dem Mann auf Grund von Gen-Spuren zu.