Kanzlerin und Bundespräsident besuchen evangelischen Kirchentag

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Samstag den evangelischen Kirchentag in Köln besucht. Dabei plädierte sie für ein verantwortungsvolles Wirtschaftswachstum.

Köln. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Samstag den evangelischen Kirchentag in Köln besucht. Dabei plädierte sie für ein verantwortungsvolles Wirtschaftswachstum. Globalisierung könne nur gelingen, wenn es Sozial- und Umweltstandards gebe, sagte sie in einer Diskussion mit Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus aus Bangladesch über die Gestaltung der Weltwirtschaft. Die Kanzlerin sprach sich für fairen Handel aus, damit die ärmsten Länder eine Chance hätten. Am Nachmittag wurde Bundespräsident Horst Köhler zu einer Gesprächsrunde über Globalisierung und die EU erwartet.

Unterdessen ging auf dem Protestantentreffen der Streit um die "Bibel in gerechter Sprache" weiter. 2Woher kommt die Häme?", empörte sich der hessen-nassauische Kirchenpräsident Peter Steinacker am Freitagabend über Kritik aus Kirchen und Medien. Die Übersetzung sei eine Bereicherung für den Protestantismus. Der Thüringer Bischof Christoph Kähler verteidigte dagegen die Empfehlung der EKD an die Gemeinden, die "gerechte" Bibel nicht im Gottesdienst zu verwenden.

Zudem wurde die Diskussion über den Klimawandel fortgesetzt. Bischof Wolfgang Huber erklärte, die evangelische Kirche wolle in Zukunft mehr Energie sparen und so ihre Glaubwürdigkeit in der Klima-Debatte beweisen. Jeder einzelne, aber auch die Kirchen und Kirchengemeinden könnten einen erheblichen Beitrag leisten, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Freitagabend. Die Kirchen seien in der Lage, die erneuerbaren Energien zu nutzen und sogar selbst zum Energieerzeuger zu werden.

Der Kirchentag endet am Sonntag mit einem Gottesdienst am Rheinufer. Das Protestantentreffen zog seit Mittwoch mehr Menschen an als ursprünglich erwartet. Allein 110.000 Dauerteilnehmer waren angemeldet.