Raumfahrt:

Raumfähre "Atlantis" ist zur ISS unterwegs

Mit dreimonatiger Verspätung ist die US-Raumfähre "Atlantis" zur Internationalen Raumstation (ISS) gestartet.

Cape Canaveral. Mit dreimonatiger Verspätung ist die US-Raumfähre "Atlantis" zur Internationalen Raumstation (ISS) gestartet. Das Shuttle mit sieben Astronauten an Bord hob am Freitag um 19.38 Uhr Ortszeit (01.38 Uhr MESZ Samstag) vom Kennedy-Raumfahrtzentrum in Florida zu dem elftägigen Einsatz ab. Es ist der erste Flug einer US-Raumfähre in diesem Jahr.

Der Countdown verlief nahezu reibungslos. Mehr als zwei Minuten nach dem Start löste sich aber ein Teil vom Außentank des Shuttles. Dabei handelte es sich nach Angaben von Programmmanager Wayne Hale um ein Stück Schaumstoff von der Isolierung. Man habe mit so etwas gerechnet. Die Raumfähre sei nach einer ersten Analyse nicht getroffen worden, sagte Hale. In dieser späten Startphase sollten vom Tank abfallende Schaumstoffteile keine Gefahr mehr sein.

Vor vier Jahren beschädigte ein Stück Schaumstoff, das sich während des Starts vom Tank gelöst hatte, einen Flügel der Fähre "Columbia" so stark, dass diese beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinander brach. Alle sieben Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Das Stück Schaumstoff löste sich damals in einer frühen Startphase.

Ursprünglich sollte die "Atlantis" bereits am 15. März starten. Hagelschlag hatte jedoch im Februar den Außentank beschädigt, so dass eine Reparatur notwendig wurde. An Bord der Raumfähre sind ein weiteres Segment für den Ausbau der ISS und Solarsegel, um die Kapazität der Stromversorgung zu erhöhen. Astronaut Clay Anderson soll seine Kollegin Sunita Williams als ISS-Langzeitbesatzungsmitglied ablösen.

Die NASA will bis zum Ende des Shuttle-Programms 2010 mindestens noch 13 weitere "Bau-Einsätze" zur ISS fliegen. Ein weiterer Raumfährenflug ist zur Reparatur des Weltraumteleskops "Hubble" geplant.