Lehrer vor Gericht:

Tausende Kinderpornos im Computer

Laut Staatsanwaltschaft hat ein Hamburger Lehrer und Familienvater Tausende kinderpornografische Fotos und mehr als 25 Stunden Videos vom sexuellen Missbrauch kleiner Mädchen auf seinem Computer gespeichert.

Hamburg. Dafür muss sich der 48 Jahre alte Mann seit Donnerstag vor dem Amtsgericht Hamburg-Barmbek verantworten. Zum Prozessauftakt bestritt der Pädagoge, die insgesamt fast 4000 Kinderporno-Dateien willentlich aus dem Internet geladen zu haben. Vielmehr seien sie unerwünschte Anhänge zu anderen Downloads gewesen. "Ich bin da unglaublich blöd und naiv mit diesem Programm gewesen", sagte er.

Trotz eindringlicher Appelle der Richterin beharrte der Lehrer auf seiner Version und legte kein möglicherweise strafmilderndes Geständnis ab. "Ein Freispruch ist nicht vorstellbar", betonte die Richterin.

Der Pädagoge, der an einer Gesamtschule unterrichtet und selber drei Kinder hat, hatte einem Gutachten zufolge Mengen von Pornos auf seinem heimischen PC gespeichert, davon gut sechs Prozent Kinderpornos. "Ich war in einer solchen Sammelwut. Ich habe blind Daten gesichert", meinte der Angeklagte. Die Kinderpornos habe er auch wahrgenommen, aber nie richtig gelöscht. Er habe selten ganz klar vor dem Computer gesessen, habe sehr viel Alkohol getrunken und sei vor dem PC auch mal vom Stuhl gefallen.

Die Fotos und Videos zeigten laut der Anklageschrift, deren Verlesung allein eine Dreiviertelstunde dauerte, den sexuellen Missbrauch kleiner Mädchen vom Säuglingsalter an. "Diese Bilder und Videos kann man sich nur in therapeutischen Dosen anschauen", sagte die Richterin über die Art der Aufnahmen. Die Ermittler waren dem Mann im März 2005 durch einen Hinweis des Internetkonzerns Yahoo auf die Spur gekommen. Bei Yahoo hatte der Lehrer ein Forum gegründet und der Staatsanwaltschaft zufolge illegal Kinderpornos zur Verfügung gestellt. Auch das bestreitet der 48-Jährige.