Meineid, Behinderung der Justiz und Falschaussage:

Cheneys Ex-Stabschef Libby zu 30 Monaten verurteilt

Libby war im März von dem Gericht in Washington für schuldig befunden worden, im Zuge der Affäre um die Enttarnung einer CIA-Agentin die Justiz mehrfach belogen zu haben.

Washington. Der frühere Stabschef von US-Vizepräsident Dick Cheney, Lewis "Scooter" Libby, ist am Dienstag zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Zudem muss der ehemalige Top-Berater im Weißen Haus 250.000 Dollar (etwa 185.000 Euro) Strafe zahlen. Libby war im März von dem Gericht in Washington für schuldig befunden worden, im Zuge der Affäre um die Enttarnung einer CIA-Agentin die Justiz mehrfach belogen zu haben. Der Prozess sorgte für Aufsehen, weil er ein schlechtes Licht auf das Vorgehen der US-Regierung im Zusammenhang mit der Rechtfertigung der Irak-Invasion 2003 wirft.

Der 56-Jährige war wegen Meineids, Behinderung der Justiz und Falschaussage verurteilt worden. Die skandalträchtige Enttarnung der CIA-Agentin Valerie Plame in der US-Presse kurz nach dem Irak-Krieg 2003, die die Affäre ins Rollen gebracht hatte, wurde Libby selbst aber nicht angelastet. Der in der Öffentlichkeit wenig bekannte Stabschef von Vizepräsident Cheney war als Figur im Hintergrund an praktisch allen folgenreichen Entscheidungen des Weißen Hauses der vergangenen Jahre beteiligt - darunter maßgeblich auch an den Weichenstellungen für den Irak-Krieg.