Handball

HSV verpasst knapp die Meisterschaft

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Es hätte die erste Meisterschaft in der fünfjährigen Geschichte des Handballvereins werden können, im Endeffekt scheiterten die Hamburger am erneuten Meister THW Kiel. Die Kieler besiegten die HSG Nordhorn mit 34:28.

Es sah in der ersten Halbzeit nicht schlecht für den HSV aus. Zum Pausenpfiff stand es in der Hohenstaufenhalle 18:21 für die Hamburger gegen FA Göppingen. Derweil konnte der THW Kiel vor 10 250 Zuschauern in der ausverkauften Kieler Ostseehalle "nur" ein 14:14 verbuchen. Kiels Gegner Nordhorn hielt sich sehr wacker, wurde in der zweiten Halbzeit dann doch noch überrundet. Dank der besseren Tordifferenz gegenüber dem punktgleichen HSV, der sich trotz eines 36:32-Sieges mit der Vizemeisterschaft begnügen muss, holen sich die Kieler somit den Meistertitel — zum 13. Mal.

Der französische Nationaltorhüter Thierry Omeyer hielt den THW in der ersten Halbzeit mit seinen Paraden im Spiel. Aber auch die Gastgeber scheiterten im ersten Durchgang immer wieder am Nordhorner Schlussmann Peter Gentzel.

Nach dem Wechsel setzte sich Kiel bis zur 42. Minute vorentscheidend auf fünf Tore (25:20) ab. In den Schlussminuten kam Nationaltorwart Henning Fritz in seinem letzten Spiel für Kiel zum Einsatz und wurde vom Publikum begeistert gefeiert.

Die Leistung des THW verdient um so größere Anerkennung, weil Trainer Zvonimir "Noka" Serdarusic über mehrere Wochen lediglich acht gesunde Feldspieler zur Verfügung hatte. Weltklassespieler wie Viktor Szilagyi, Lars Krogh Jeppesen, Stefan Lövgren, Henning Fritz und Marcus Ahlm fehlten ganz oder in der entscheidenden Endphase von Meisterschaft und Champions League. In der größten Personalnot wurde der 42-jährige Andrej Tschepkin, der seine leistungssportliche Karriere vor zwei Jahren beendet hatte, reaktiviert. Gewissermaßen mit dem letzten Aufgebot sicherte sich der THW den Titel-Dreier. Vor dem erneuten Meistertitel hatten die Kieler bereits den DHB-Pokal und die Champions-League gewonnen.

"Das ist ein unglaubliches Gefühl. Drei Titel in einer Saison, das ist phantastisch", sagte THW-Kapitän Stefan Lövgren, der sein Comeback nach sechs Wochen Pause wegen einer Leistenverletzung gab.

Während in Kiel die Meisterschale übergeben wurde, zog auch der Tabellenzweite ein positives Saisonfazit nach dem Gewinn des Europacups der Pokalsieger. "Wir haben unseren Teil zu einer spannenden Saison beigetragen. Darauf können wir stolz sein. Kiel wird heute feiern und wir auch", meinte HSV-Coach Martin Schwalb.

Neben Kiel und Hamburg zogen auch die SG Flensburg-Handewitt und der VfL Gummersbach in die Champions League ein. Allerdings unterlag Flensburg beim TV Großwallstadt 34:35 (18:19), Gummersbach setzte sich gegen die HSG Düsseldorf 37:29 (22:12) durch. Durch die Niederlage muss Düsseldorf neben Eintracht Hildesheim den Gang in die zweite Liga antreten, während sich die HSG Wetzlar durch ein 30:29 (18:13) gegen den SC Magdeburg den Klassenerhalt sicherte.

Weitere Ergebnisse vom letzten Spieltag

THW Kiel - HSG Nordhorn 34:28 HSG Wetzlar - SC Magdeburg 30:29 TuS N-Lübbecke - Eintracht Hildesheim 35:32 VfL Gummersbach - HSG Düsseldorf 37:29 TBV Lemgo - HBW Balingen-Weilstetten 32:27 MT Melsungen - Wilhelmshavener HV 39:29 TV Grosswallstadt - SG Flensburg-Handewitt 35:34 SG Kronau/Östringen - GWD Minden 30:29