Airbus: Entwicklungskosten verdoppelt

A350 weiter mit Start-Schwierigkeiten

Auch nach der Überarbeitung des Langstrecken-Jets kann das Flugzeug noch nicht ausgeliefert werden. Die Kundschaft ist alles andere als zufrieden.

Frankfurt. Dem Flugzeughersteller Airbus drohen einem Zeitungsbericht zufolge eine weitere Verzögerung und Verteuerung seines Langstreckenflugzeugs A350 XWB. Einflussreiche Kunden forderten, das Flugzeug noch einmal zu überarbeiten, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstag. Dazu zählten Emirates, Singapore Airlines, Qatar Airways und die Flugzeug-Leasingfirma ILFC. "Ich bin der Meinung, dass der aktuelle Airbus-Ansatz einen Zwischenschritt darstellt", zitierte die Zeitung Emirates-Chef Tim Clark.

Die Kunden riefen Airbus dazu auf, den Kohlefaserrumpf des A350 wie bei der konkurrierenden Boeing 787 in größeren Teilen am Stück zu brennen statt Rumpfschalen aus Kohlefasern aneinanderzunieten. Die Verwendung von Rumpfschalen erhöhe den Wartungsaufwand, hätten Kritiker geäußert. Um wie Boeing ganze Rumpfsektionen aus Kohlefaser zu bauen, müsste Airbus erneut in Technik und Infrastruktur investieren, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Branchenkenner.

Eine Airbus-Sprecherin wies die Forderungen zurück. "Wir arbeiten auf der Basis des bisherigen Designs", sagte sie der Zeitung. Alles andere seien Spekulationen. Sie wies dem Bericht zufolge auch Gerüchte zurück, Airbus könne Mitte Juni auf der Luftfahrtschau im französischen Le Bourget einen erneuten Strategiewechsel verkünden.

Die Entwicklungskosten für den A350 haben sich bereits auf zehn Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Die entgegen den ursprünglichen Plänen vergrößerte A350 soll ab 2013 und damit fünf Jahre später als die Boeing 787 Dreamliner ausgeliefert werden. Für diese Maschine hat der US-Konkurrent deutlich mehr Aufträge erhalten als Airbus für den A350.