Zug für Pilger:

Iran prüft Transrapid-Strecke

Vermittelt hat das Projekt Bahn-Vorstand Otto Wiesheu, damals noch bayerischer Wirtschaftsminister.

Frankfurt. Der Iran prüft einem Zeitungsbericht zufolge den Bau einer 800 Kilometer langen Transrapid-Strecke, um Pilger von Teheran nach Maschhad zu bringen. Die Münchener Ingenieurfirma Schlegel haben einen offiziellen Prüfauftrag erhalten, zitierte die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstag deren Geschäftsführer Harald Späth. Die iranische Regierung habe 1,5 Milliarden Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro) als Anschubfinanzierung bereitgestellt und hoffe auf private Mitfinanziers.

Wirtschaftssanktionen gegen den Iran stünden dem Bau nicht im Wege, berichtete die Zeitung. Vermittelt hat das Projekt Bahn-Vorstand Otto Wiesheu, damals noch bayerischer Wirtschaftsminister. "Der Transport von Pilgern ist sicherlich kein Projekt, das politischen Boykottmaßnahmen unterläge", sagte er der Zeitung. Es sei allerdings noch in einem frühen Stadium.

Mit dem Zug sollen zwölf bis 15 Millionen Pilger im Jahr in die Wallfahrtsstadt gebracht werden. Bisher fahren sie zwei Tage lang mit Bussen, mit dem Zug läge die Fahrzeit bei zwei bis drei Stunden.

Am Wochenende hatte das Transrapid-Konsortium aus Siemens und ThyssenKrupp in China einen Rückschlag hinnehmen müssen. Staatlichen chinesischen Medien zufolge ist die Verlängerung der Magnetschwebebahn-Strecke von Schanghai nach Hangzhou um 160 Kilometer nach Anwohner-Protesten auf Eis gelegt worden. Nur dort ist der Transrapid bisher auf kommerzieller Basis im Einsatz. Eine von Wiesheu vorangetriebene Strecke von München zum Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt ist politisch und wirtschaftlich umstritten.