DFB-Pokal

FC Nürnberg ist DFB-Pokal-Sieger

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Nürnberg holt zum vierten Mal den Pokal. Stuttgart spielte ab der 30. Minute in der Unterzahl, konnte ein 1:2 noch aufholen. Nürnberg holte in der zweiten Hälfte der Nachspielzeit den Führungstreffer. Nürnberg siegt 3:2 und Stuttgart verpasst das Double.

Die Partie zwischen dem Deutschen Meister VfB Stuttgart und dem 1.FC Nürnberg verlief von Anfang an zwar mit harten Bandagen, dabei blieben aber beide Mannschaften stets fair. Bundesliga-Tabellen-Sechster Nürnberg spielte die erste Viertelstunde klar überlegen. Stuttgart kam kaum aus der eigenen Hälfte heraus.

Cacau war es, der den Meister in der 21. Minute in Führung brachte. Einen Stellungsfehler in der Nürnberger Abwehr nutzte Khedira zu einem Kopfball zum freistehenden Cacau, der aus halblinker Position im Strafraum den Ball am herauseilenden Schäfer vorbei ins Tor spitzelte.

Der Club ließ sich nicht entmutigen und spielte gegen die langsam munter gewordenen Stuttgarter weiterhin wacker an. Das Spiel von Nürnberg wurde in der 28. Minute belohnt. Nach Vorarbeit von Saenko über die linke Seite kam der Ball zu Mintal, der das Leder schnell zu Reinhardt nach rechts weiterleitete. Der Außenverteidiger flankte vom Strafraumrand nach innen, wo Mintal vollendete. Damit stand alles wieder offen.

Ab der 30. Minute spielte die Mannschaft von Trainer Armin Veh nur noch mit zehn Mann. Nach einem Rempler von Nürnbergs Wolf schlug Cacau auf dessen Brust ein. Schiedsrichter Weiner beriet sich mit seinem Assistenten und entschied auf Rot. Danach lag Hochspannung im ausverkauften Berliner Olympiastadion. Fernando Meira hatte eine Minute später seine Nerven nicht unter Kontrolle und trat Nürnbergs Mintal mit einem eigentlich "Rot"-würdigen Foul übel um. Der Slowake konnte nicht weitermachen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Der Portugiese war mit "Gelb" von Weiner gut bedient. Die restlichen Spielminuten der ersten Halbzeit verliefen dann wieder ruhiger, nachdem sich die Gemüter abgekühlt hatten.

Eine Minute nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit führte Pinol eine Ecke für Nürnberg aus. Der Ball flog direkt auf Engelhardt, der völlig ungedeckt stand. Der 26-Jährige köpfte unhaltbar für Hildebrand in den Stuttgarter Kasten.

Die Stuttgarter versuchten im laufenden Spiel das Tempo anzuziehen, kamen aber mit ihrer Unterzahl nicht gegen die Nürnberger an.

Der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Gomez wurde in der 80. Minute von Schäfer im Strafraum gefoult. Schäfer wollte auf den Ball zulaufen, rutschte auf dem seifigen, völlig durchnässten Boden aus und in Gomez hinein. Den Elfmeter führte Pardo aus und verwandelte sicher zum Ausgleich.

Sechs Minuten später die Riesenchance für Stuttgart zur Führung: Delpierre kam nach einer Standardsituation am linken Pfosten zum Nachschuss, traf jedoch nur das Außennetz. Nach der regulären Spielzeit stand es 2:2.

Die erste Hälfte der Nachspielzeit verlief ergebnislos. Für die zweite ließ Trainer Meyer schon einmal den Elfmeter-Killer Kleber warm laufen, da Schäfer nicht bekannt ist für das Halten von Elfmetern. Da war es der Däne Kristiansen in der 109. Minute, der nach einem Pass von Wolf aus 28 Metern in halblinker Position rechts abzog. Der Ball segelte über Hildebrand hinweg und prallte von der Querlatte in die Maschen. Das war die Entscheidung. Nürnberg bezwang Stuttgart zum dritten Mal in dieser Saison und holt sich zum ersten Mal seit 45 Jahren wieder den Titel.

"Nach einem tollen Spiel von beiden Seiten haben wir am Ende verdient gewonnen. Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg", meinte Matchwinner Kristiansen lächelnd. FCN-Präsident Michael A. Roth stand glückstrahlend daneben und sagte: "Das ist einmalig, so etwas habe ich noch nie erlebt." Stuttgarts scheidender Keeper Timo Hildebrand urteilte: "Wir haben mit zehn Mann alles in die Waagschale geworfen, da kann man sich nicht viel vorwerfen." Und Rotsünder Cacau, der seinem Team mit seiner Unsportlichkeit einen Bärendienst erwiesen hatte, sagte frustriert: "Es tut mir sehr Leid für die Mannschaft, wir hätten zu elft sicher gute Chancen gehabt, zu gewinnen."