DFB-Pokal der Frauen

FFC Frankfurt zum sechsten Mal Gewinner des DFB-Pokals

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Dank der Ersatz-Torhüterin Ursula Holl, die zwei Strafstöße parierte, gewannen die Frankfurterinnen im Berliner Olympiastadion bei ihrem neunten Finale in Serie gegen den FCR Duisburg im Elfmeterschießen mit 4:1. Nach regulärer Spielzeit hatte es 1:1 gestanden.

Die favorisierten Hessinnen, die mit 20:0 Toren in vier Spielen ins Finale eingezogen waren, gingen schon früh durch Renate Lingor (3./Foulelfmeter) in Führung. Mit seiner ersten Torchance sorgte der FCR vor der Pause durch Sonja Fuss (45.+1) für das überraschende 1:1. Dieser Treffer brachte den Duisburgerinnen, die schon in Runde zwei Cupverteidiger Turbine Potsdam ausgeschaltet hatte, neuen Schwung. Zuvor hatten sich in einer ausgeglichenen Partie die Mittelfeldreihen lange neutralisiert, so dass vor der Pause kaum nennenswerte Chancen heraussprangen.

Beiden Mannschaften wurde ab der 13. Minute das Spiel kräftig erschwert. Der Himmel hatte seine Schleusen zu einem Gewitterregen mit Hagel geöffnet und verwandelte den Rasen und ein schwer bespielbares Geläuf. Sonja Fuss hatte allein die Riesenchance zur FCR-Führung, doch verfehlte ihr Schrägschuss knapp das Gehäuse (72). Auch Kerstin Garefrekes hätte per Kopf die Entscheidung in der regulären Spielzeit herbeiführen können (78.).

Einen wohl nicht mehr zu toppenden Weltrekord stellte Tina Wunderlich auf. Die Verteidigerin (9. Finale in Serie) fehlte im Pokal keine einzige Minute und sorgte mit ihrer Routine und ihrer Übersicht stets für Ruhe in der Frankfurter Hintermannschaft.

Im Duell der besten Torjägerinnen der Bundesliga konnte die 161-malige Nationalspielerin Birgit Prinz (21 Treffer) gegen Inka Grings (22) kaum Vorteile erzielen. Sie war aber die Einzige, die für Unruhe in Duisburgs Hintermannschaft sorgte. So konnte Patricia Hanebeck ihren Schuss noch von der Torlinie schlagen (10.), eine Viertelstunde später verpasste Garefrekes ihre Eingabe knapp. Kläglich ihr Abschluss aus zwölf Metern, als sie weit über das Tor schoss (59.).

Die 28-jährige Grings, die schon 1998 beim bislang einzigen DFB-Pokalsieg ihres Clubs gegen FSV Frankfurt (6:2) dabei war und damals drei Tore schoss, war nach einer gerade auskurierten Oberschenkel-Verletzung noch nicht wieder in Bestform. Aus Nahdistanz scheiterte sie nach 48 Minuten an Torfrau Ursula Holl und konnte auch zwei Minuten vor dem Abpfiff freistehend nicht verwandeln.

Frankfurts Trainer Hans-Jürgen Tritschoks zeigte sich nach dem Sieg zufrieden: "Das Spiel war über 90 Minuten spannend, beide Mannschaften hatten Chancen. Im Elfmeterschießen braucht man Glück und Nervenstärke. Uschi Holl hatte großen Anteil daran, dass wir heute Pokalsieger sind." Währenddessen bedauert Duisburgs Trainer Thomas Obliers den zweiten Platz: "Wir haben nicht nur mitgehalten, sondern in der zweiten Halbzeit das Spiel kontrolliert. Wir hatten die Chance zum 2:1 und hätten aufgrund der zweiten Hälfte den Sieg auch verdient gehabt."

Beide Team dürfen sich nun über 70 000 Euro aus der DFB-Kasse freuen. Für Duisburgs Vorstandschef Ferdinand Seidelt ist dies jedoch zu wenig. "100 000 Euro pro Team wären eine faire Geste gewesen. Das Verhältnis von 1:22 im Vergleich zum Männergeld ist nicht mehr angemessen", hatte Seidelt zuvor den DFB angegriffen.