650 demonstrierten gegen G8-Bildungspolitik

Rund 600 Menschen demonstrierten weitgehend friedlich gegen die Bildungspolitik der G8-Staaten. Der Zug startete auf dem Uni-Gelände und ging in Richtung Hamburger Innenstadt. Zu Beginn der Veranstaltung kam es zu kleinen Rangeleien.

Studenten, Universitätsangehörige, Schüler und Mitglieder globalisierungskritischer Gruppen protestierten bei der Kundgebung vor allem gegen eine zunehmende Öffnung des Bildungssektors für "Profitorientierte Wirtschaftsunternehmen", die so genannten Public-Private-Partnerships. "Bildung für alle — und zwar umsonst" skandierten sie. Durch die von vielen westlichen Industrienationen vertretene Bildungspolitik gehe der Weg dahin, dass externe Geldgeber über die Ausrichtung von Forschung und Lehre bestimmten, hieß es.

Neben der Bildungspolitik der G8-Staaten standen auch die bundesweiten Razzien der Bundesanwaltschaft vom 9. Mai im Mittelpunkt. "Die Razzien waren ein Eigentor", "BRD-Bullenstaat" riefen einige mit schwarzen Kapuzenpullovern und dunklen Sonnenbrillen bekleidete Demonstranten. Andere Teilnehmer stellten sich vor einen Polizeikordon und bliesen den behelmten Beamten Seifenblasen ins Gesicht.

Kurz vor der Veranstaltung kam es zu Rangeleien zwischen der Polizei und Mitgliedern des so genannten schwarzen Blocks. Auslöser waren offenbar zusammen geknotete Transparente, die den Einsatzkräften den Blick in den Demonstrationszug verwehren sollten. Außerdem hatten so genannte Autonome versucht, eine Polizeisperre zu überrennen. Außerdem kam es auch zu heftigen Debatten, weil die Polizei den Protestzug filmte. Erst nach längeren Diskussionen setzte der Zug seinen Marsch fort.

Die Demonstration ist Auftakt zu einer Reihe von Protestaktionen in Hamburg. Am Pfingstmontag werden nach Angaben der Organisatoren bis zu 10 000 Teilnehmer zu einer Kundgebung gegen das Treffen der Außenminister Asiens und der EU (Asem) erwartet. Mehrere tausend Polizisten sollen diese Demonstration in Hamburg sichern.