Hamburg:

Brandanschlag auf Auto von "Bild"-Chefredakteur

Die Flammen haben den Wagen völlig zerstört. Es wird ein Zusammenhang mit dem bevorstehenden G8-Gipfel in Heiligendamm vermutet.

Das bestätigte Polizeisprecher Ralf Meyer am Morgen. "Wir vermuten einen politischen Hintergrund." Einen Zusammenhang mit dem bevorstehenden G8-Gipfel in Heiligendamm wollte er nicht ausschließen. Der Staatsschutz ermittele.

Nach Angaben der Polizei wurde das Auto von der Familie genutzt. Gegen 2.40 Uhr hätten Anwohner den Brand gemeldet, hieß es bei der Feuerwehr. Der Familienwagen des 42-Jährigen, ein Mercedes-Kombi, stand im Hamburger Stadtteil Harvestehude in der Nähe des Innocentiaparkes. Die Flammen hätten den Wagen völlig zerstört, hieß es, nachdem der hintere linke Reifen in Brand geraten war. Die Löscharbeiten hatten etwa eine Stunde gedauert.

Der jüngste Brandanschlag reiht sich ein in eine ganze Serie von politisch motivierten Brandanschlägen und Sachbeschädigungen in der Hansestadt. Allein 2006 wurden nach Angaben der Innenbehörde neun Brandanschläge verübt, von denen bisher keiner aufgeklärt wurde. Ende Dezember 2006 wurde auch ein Brandanschlag auf ein Auto des Finanzstaatssekretärs Thomas Mirow (SPD) verübt. In einem Bekennerschreiben hatten die Täter Protest gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm als Grund genannt. Erst in der vergangenen Woche hatten Unbekannte Farbbeutel und Steine auf das Haus eines Lufthansa-Managers und ein Luxushotel geschleudert. Beide Male nahmen Bekennerschreiben Bezug auf den G8-Gipfel und die linke Szene.

Zuvor war am 9. Mai in diesem Zusammenhang und wegen vermuteter Aktionen gegen den G8-Gipfel auch der Hamburger Szene-Treff "Rote Flora" durchsucht worden. Bei der deutschlandweiten Razzia hatten 900 Beamte insgesamt 40 Objekte in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Berlin und Brandenburg durchsucht. Die Bundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen mit dem Verdacht auf Gründung einer terroristischen Vereinigung begründet.