Ex-Radprofi Dietz gesteht systematisches Doping

Dietz erhob am Montagabend in der ARD-Sendung "Beckmann" schwere Vorwürfe gegen die damaligen Team-Telekom-Ärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid.

Berlin. Der frühere Radprofi Bert Dietz hat systematisches Doping während seiner Zeit im Team Telekom um Jan Ullrich zugegeben. "Die Ärzte haben, wenn sie selbst vor Ort waren, selbst gespritzt. Wenn sie nicht vor Ort waren, haben es die Pfleger gemacht, also Jeff d'Hont", sagt der 38-Jährige. Dietz gehörte zeitgleich mit Ullrich zwischen 1994 und 1998 dem Team Telekom an.

Nach eigener Aussage erhielt Dietz 1995 von Heinrich und Schmid eine Anleitung zum EPO-Doping. Im Trainingslager auf Mallorca seien die Ärzte immer mehr in die Trainingsplanung einbezogen worden, auch auf Wunsch von Telekom, sagte Dietz laut Vorabmeldung. In individuellen Gesprächen sei die Gesamtsituation im Radsport und die Situation im Team Telekom beschrieben worden. "Und wenn wir vorne mitfahren wollen, müssten wir wahrscheinlich dieses neue Mittel probieren. Es wurde groß erklärt, welche Wirkungen und welche Nebenwirkungen und welche Risiken bestehen. Dann war die Entscheidung im Prinzip, dass wir das machen."

Auf die Frage von Moderator Reinhold Beckmann "Haben die Telekom-Ärzte den Gebrauch von EPO angeordnet oder angeboten?" , antwortete Dietz: "Sie haben es angeboten, aber natürlich in so einer Form, dass jeder wusste: Wenn ich es jetzt nicht nehme, habe ich wahrscheinlich am Jahresende so schlechte Ergebnisse, dass mein Vertrag nicht verlängert wird. Es war schon eindeutig, ja."