Sittensen-Massaker: Nach siebenfachem Mord

Dritter Verdächtiger verhaftet

15 Wochen ist es jetzt bereits her, dass sieben Menschen in dem China-Restaurant „Lin Yue“ im niedersächsischen Sittensen förmlich hingerichtet worden sind. Die Polizei arbeitet weiter unermüdlich an der Aufklärung des Falles – mit Erfolg.

Sittensen. 15 Wochen nach der Ermordung von sieben Menschen in dem China-Restaurant "Lin Yue" im niedersächsischen Sittensen hat die Polizei einen dritten Tatverdächtigen festgenommen. Wie die Sonderkommission der Polizei am Montag mitteilte, steht der 29-jährige Vietnamese aus Bremerhaven im Verdacht, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Zwei weitere Vietnamesen aus Bremen im Alter von 31 und 33 Jahren waren bereits kurz nach der Tat festgenommen worden und befinden sich wegen dringenden Tatverdachts in Untersuchungshaft. Alle drei Verdächtigen schweigen nach Angaben der Polizei bislang zu den Vorwürfen.

In dem China-Restaurant waren in der Nacht zum 5. Februar das Gastwirtsehepaar sowie fünf Angestellte durch Schüsse ermordet worden, nur ein zweijähriges Mädchen überlebte das Blutbad. Alle Opfer waren Asiaten. Nur wenige Stunden danach fielen die beiden verdächtigen Vietnamesen bei einer Routinekontrolle im Großraum Bremen auf. Die Sonderkommission fand an der Bekleidung der beiden Männer Faserspuren, die eindeutig dem Tatort und den Opfern zuzuordnen sind.

Die Sonderkommission untersuchte nach eigenen Angaben bislang mehr als 1000 Spuren und Hinweise. Einem Sprecher zufolge arbeitet sie mit annähernd hundert Mitarbeitern auch nach der dritten Festnahme unverändert weiter, weil die Möglichkeit bestehe, dass es noch mehr Tatbeteiligte gibt.