ATP-Masters:Tennis am Rothenbaum

Federer fordert Sand-König Nadal

Das Turnier in Hamburg hat sein erhofftes Traumfinale. Im 101. Endspiel des Traditionsturniers am Rothenbaum stehen sich der Weltranglisten-Erste Roger Federer und Sandplatzkönig Rafael Nadal gegenüber.

Der Schweizer Federer setzte sich im ersten Halbfinale am Rothenbaum mit 4:6, 6:4, 6:2 gegen den Spanier Carlos Moya durch. Anschließend gewann Nadal mühevoll mit 2:6, 6:3, 7:5 gegen den Australier Lleyton Hewitt. Der seit April 2005 auf Asche unbesiegte Nadal schwächelte in seinem vierten Masters-Halbfinale in diesem Jahr gegen "Angstgegner" Lleyton Hewitt zunächst gehörig. Erst nach 2:35 hochspannenden Stunden und so viel Mühe wie auf Asche schon lange nicht mehr hatte er den eigenwilligen und mutig auftrumpfenden Australier niedergerungen. Nadal baute damit seine Siegesserie auf Sandplätzen auf 81 Erfolge aus. Er hat am Sonntag die Chance, als erster Spieler die Masters-Turniere in Monte Carlo, Rom und Hamburg in einer Saison für sich zu entscheiden und damit einen weiteren Rekord aufzustellen.

Auch für Federer war der Einzug ins Finale kein Zuckerschlecken. "Es war schwierig, ins Spiel zu finden. Aber ich bin sehr zufrieden, dass ich mich zurückkämpfen konnte", sagte der 25 Jahre alte Federer, der am Sonntag zum vierten Mal nach 2002, 2004 und 2005 am Rothenbaum triumphieren kann. Der Weltranglisten-Erste steigerte sich angefeuert von den meisten der rund 10.000 Zuschauer sowie Box-Weltmeister Wladimir Klitschko in seiner Box ab dem zweiten Satz. Seine Schläge wurden präziser, die Fehlerquote sank. Den zweiten Satz entschied er mit einem Break zum 6:4 für sich, im dritten Durchgang setzte er sich mit einem Break zum 4:2 vorentscheidend ab. Nach 2:07 Stunden nutzte Federer seinen ersten Matchball.

"Ich hoffe, ich kann noch ein super Match spielen und den Preis hier wieder mitnehmen", sagte Federer, "es ist ein sehr gutes Gefühl für mich, dass ich nach einem 0:1-Satzrückstand noch zurückgekommen bin." Dem Match mit Nadal blickt er trotz seiner Misserfolgsserie auf roter Asche mit verhaltenem Optimismus entgegen: "Ich habe auch Defizite gesehen, wenn Nadal es langsam angehen lässt", meinte der Baseler, "aber er hat natürlich so eine breite spielerische Basis und Aura auf Sand, dass es für ihn meist trotzdem reicht."

Die Zeichen dafür, dass Federer das Match gewinnen kann, stehen nicht schlecht, denn seit nun 36 Matches ist der Eidgenosse in Deutschland ohne Niederlage. Zuletzt bezwang ihn der Australier Mark Philippoussis im Jahr 2003 - im Achtelfinale am Hamburger Rothenbaum.