Pakistanische Regierungsmitarbeiter entführt

Bewaffnete haben in Pakistan nahe der Grenze zu Afghanistan acht Regierungsmitarbeiter in ihre Gewalt gebracht. Offiziellen Angaben zufolge überfielen rund drei Dutzend maskierte Täter ein Regierungsfahrzeug in der Nähe der Stadt Mir Ali in Nord-Waziristan.

Miranshah. Bewaffnete haben in Pakistan nahe der Grenze zu Afghanistan acht Regierungsmitarbeiter in ihre Gewalt gebracht. Offiziellen Angaben vom Samstag zufolge überfielen rund drei Dutzend maskierte Täter ein Regierungsfahrzeug in der Nähe der Stadt Mir Ali in Nord-Waziristan. Die Geiseln seien zu einer Bewertung von Entwicklungsprojekten der Regierung in der Gegend gewesen. Das Stammesgebiet an der Grenze zu Afghanistan gilt als rechtsfreier Raum, in den sich Taliban- und El-Kaida-Kämpfer zurückgezogen haben. Zunächst bekannte sich niemand zu der Entführung.

In Pakistans Hauptstadt Islamabad bemühten sich Sicherheitskräfte am Samstag nach der Geiselnahme von vier Polizisten durch Koranschüler um eine Freilassung ihrer Kollegen. Vertreter von Polizei und Distriktverwaltung führten Verhandlungen in der Roten Moschee, in der die Geiseln seit Freitagabend festgehalten wurden. Bewaffnete Sicherheitskräfte bezogen in der Nähe des Gotteshauses im Zentrum Islamabads Stellung, und mit Knüppeln bewaffnete Koranschüler blockierten mehrere Straßen. Augenzeugen bezeichneten die Lage als angespannt. Das Innenministerium strebte aber nach eigenen Aussagen eine friedliche Lösung an.

Die Koranschüler fordern die Freilassung von zehn Glaubensgenossen. "Wir haben der Regierung klar gemacht, dass wir die Polizisten nicht freilassen werden, bevor unsere Schüler nicht gegen Kaution entlassen werden", sagte der stellvertretende Vorsteher der Roten Moschee, Abdul Rashid Gazi, der Nachrichtenagentur AFP. Einige von ihnen seien aufgrund falscher Anschuldigungen, Video-CDs gebrannt zu haben, verhaftet worden.