Bundesliga: Letzter Spieltag der Saison

HSV putzt Alemannia Aachen

Zum Schluss holten die Hanseaten noch einmal alles aus sich heraus. In der ausverkauften AOL-Arena gewinnen die Hamburger mit 4:0 gegen Alemannia Aachen. Der Hamburger SV sichert sich außerdem noch ein Ticket zum UI-Cup. Der VfB Stuttgart holt sich zum fünften Mal den Meister-Titel.

Vergangene Woche kündigten die Hamburger an, dass sie ihren Fans noch zwei schöne letzte Partien bescheren wollten. Am 33. Spieltag siegten sie auswärts gegen den 1.FC Nürnberg 0:2 , am Abschlusstag dieser Bundesliga-Saison machte die Stevens-Elf ihr Versprechen wahr. Die Gastgeber fahren ein 4:0 ein und holen sich noch einmal drei Punkte.

Bereits in der siebten Minute prüften die Hamburger ihre Gäste. Van der Vaart passte mit einem Traumpass auf Olic. Der umkurvte Kepper Hesse, doch Aachens Herzig köpfe den Ball von der Linie. Nur acht Minuten später schaffte es Olic dann doch zum 1:0. Nach einem Einwurf von Atouba, sperrte van der Vaart seinen Gegenspieler am Strafraum weg und machte dadurch den Ball frei für Olic. Dieser lief am Strafraum entlang und hämmerte im Fallen die Kugel unter die Latte.

Die Hamburger Profis ließen nicht locker, wollten sich nicht auf dem einen Tor ausruhen und machten weiter Druck. Die Bemühungen wurden in der 26. Minute belohnt. Kapitän van der Vaart flankte, doch Sorin verpasste den Schuss an der Strafraumkante, woraufhin der Ball Olic vor die Füße fiel. Dieser verwandelte das Ding nach einer kurzen Drehung sicher in Hesses Kasten.

Nach dem Pausentee ging es beschwingt weiter. Der HSV ließ nichts anbrennen. Aachen kämpfte zwar wacker, konnte seine Torchancen jedoch nicht verwandeln. Ab der 54. Spielminute war die AOL-Arena nicht mehr zu retten. Zuvor war die Stimmung schon prächtig, doch nach dem 3:0 durch Sorin brannte das Stadion. Die 57 000 Fußball-Fans feierten was das Zeug hielt. Sogar die Aachener Fans machten mit.

In der 59. Minute wechselte Trainer Huub Stevens noch einmal Mehdi Mahdavikia ein, der damit zum letzten Mal im Hamburger Dress spielte. Für den Iraner ging Demel vom Rasen. Zwanzig Minuten später gab es noch ein Dankeschön. Stevens holte Keeper Frank Rost vom Platz und stellte Stefan Wächter ins Tor, der ebenfalls zum letzten Mal für den HSV spielte.

Drei Minuten vor dem Abpfiff schütteten die HSV-Spieler noch ein wenig Öl ins Feuer der guten Laune. Sorin machte nach Vorarbeit von Sanogo auch noch das 4:0. Der HSV zieht dank dieses Ergebnisses in den UI-Cup ein.

Trainer Huub Stevens zeigte sich nach dem Sieg dankbar: "Wir haben mit diesem Spiel für einen guten Saisonabschluss gesorgt. Ich habe von Anfang an gesagt, dass uns 14 Endspiele bevorstehen - diese Herausforderung hat die Mannschaft toll angenommen. Dass wir den Sprung vom 18. bis auf den siebten Tabellenplatz geschafft und damit sogar den UI-Cup erreicht haben, ist einfach unglaublich. Dafür gebührt allen im Verein, die daran mitgearbeitet haben, großer Dank."

Huub der Retter der Saison

15 Punkte nach 20 Spieltagen, nur ein Sieg. Noch nie seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 konnte sich eine Bundesligamannschaft mit einer derartigen Horrorbilanz noch vor dem Abstieg retten. Huub Stevens hat es mit dem HSV sogar zwei Spieltage vor Saisonende geschafft.

Am 2. Februar wurde der Holländer nach der Trennung von Thomas Doll verpflichtet, er saß zwar bei der 1:2-Niederlage bei Hertha BSC einen Tag später am 20. Spieltag schon auf der Bank, Einfluss aber hatte er noch nicht. Doch danach startete die Mannschaft durch. Disziplin und Fleiß impfte er dem Team ein, verordnete einen defensiven Stil und verbot sich und der Mannschaft auch nach den Auswärtssiegen in Bremen, Schalke und München jede Euphorie.

Dass er den Job beim HSV trotz der großen Sorgen um seine schwer erkrankte Frau Toos und stets längeren Aufenthalten am Krankenbett in Rotterdam durchzog, hat den Respekt vor seiner Leistung nur noch weiter gesteigert. "Stevens geholt zu haben, war die richtige Entscheidung zum letztmöglichen Zeitpunkt", sagt HSV-Chef Bernd Hoffmann, "er hat ein kleines Wunder vollbracht".

Der Gewinner ist...

Der VfB Stuttgart ist neuer deutscher Fußball-Meister. Die Schwaben sicherten sich durch ein 2:1 (1:1) gegen Energie Cottbus den fünften Meistertitel der Vereinsgeschichte. Thomas Hitzlsperger und Sami Khedira erzielten vor 56 000 Zuschauern im ausverkauften Gottlieb-Daimler-Stadion die Tore für den Bundesliga-Spitzenreiter, der damit am letzten Spieltag seinen Vorsprung vor dem FC Schalke 04 verteidigen konnte. Werder Bremen hat sich mit einem 2:0 (0:0) beim VfL Wolfsburg aus der Saison verabschiedet und muss nun eine Zusatzschicht einlegen, um erneut die Champions League zu erreichen.

Weitere Ergebnisse vom 34. Spieltag

VfB Stuttgart - Energie Cottbus 2:1 VfL Wolfsburg - Werder Bremen 0:2 Eintracht Frankfurt - Hertha BSC 1:2 Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund 2:1 Hannover 96 - 1. FC Nürnberg 0:3 Bayern München - FSV Mainz 05 5:2 FC Schalke 04 - Arminia Bielefeld 2:1 Bor. Mönchengladbach - VfL Bochum 0:2

Kurztabelle nach dem letzten Spieltag

  1. VfB Stuttgart - Punkte: 70
  2. FC Schalke 04 - Punkte: 68
  3. Werder Bremen - Punkte: 66
  4. Bayern München - Punkte: 60
  5. Bayer Leverkusen - Punkte: 51
  6. 1. FC Nürnberg - Punkte: 48
  7. Hamburger SV - Punkte: 45
  8. VfL Bochum - Punkte: 45
  9. Borussia Dortmund - Punkte: 44
  10. Hertha BSC - Punkte: 44
  11. Hannover 96 - Punkte: 44
  12. Arminia Bielefeld - Punkte: 42
  13. Energie Cottbus - Punkte: 41
  14. Eintracht Frankfurt - Punkte: 40
  15. VfL Wolfsburg - Punkte: 37
  16. FSV Mainz 05 - Punkte: 34
  17. Alemannia Aachen - Punkte: 34
  18. Bor. Mönchengladbach - Punkte: 26