Neue Partei: "Die Linke" kommt

Linkspartei.PDS und WASG fusionieren

Einem Zusammenschluss von Linkspartei.PDS und Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) steht nichts mehr im Wege. Die Mitglieder beider Parteien haben bei getrennten Urabstimmungen dem Vorhaben jeweils mit überwältigender Mehrheit zugestimmt.

Berlin. Die Auszählung der Urabstimmung ergab am Sonnabend bei der Linkspartei 96,9 und bei der WASG 83,9 Prozent für das Vorhaben. Damit kann die neue gesamtdeutsche Linke wie geplant am 16. Juni auf einem gemeinsamen Parteitag in Berlin gegründet werden.

"Die neue Linke kommt", sagte WASG-Vorstandsmitglied Thomas Händel in Fürth und fügte hinzu: "Jetzt geht es erst richtig los." Der Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch der Linkspartei.PDS, Dietmar Bartsch, sagte in Berlin voraus: "Die Parteienlandschaft wird sich nachhaltig verändern."

Die Beteiligung an den Mitgliederbefragungen war indes unterschiedlich: Bei der vor allem in den neuen Bundesländern starken Linkspartei.PDS gaben 82,6 Prozent der 57 829 ihre Stimme ab, bei der vorwiegend im Westen aktiven WASG waren es nur 49,8 Prozent von in dem Fall 11 375 mit Namen und aktueller Adresse ermittelten Parteimitgliedern. Widerstand gegen den Zusammenschluss gab es in beiden Parteien kaum noch. Bei der WASG stimmten noch 15,1 Prozent gegen die Fusion, bei der Linkspartei sogar lediglich 3,1 Prozent.

An der Spitze der neuen Partei sollen zwei gleichberechtigte Vorsitzende treten. Einer von beiden wird der amtierende Chef der Linkspartei.PDS, Lothar Bisky, sein. Ob auch der zur WASG zählende Vorsitzende der gemeinsamen Bundestagsfraktion, Oskar Lafontaine, antritt, will der frühere SPD-Chef am Sonntag bekanntgeben. WASG-Gründer Klaus Ernst zeigte sich auch vor dem Hintergrund des Erfolgs in Bremen vom letzten Sonntag "recht optimistisch" für die kommenden Wahlen. Das Bedürfnis der Bevölkerung nach einer linken Partei sei groß. "Die anderen Parteien werden sich sehr warm anziehen müssen", fügte er hinzu. Bartsch von der Linkspartei.PDS sagte in Berlin, die SPD werde sich daran gewöhnen müssen, dass es links von ihr dauerhaft eine Partei für soziale Gerechtigkeit und Friedenspolitik geben werde. Das Ergebnis der Urabstimmung sei ein weiterer kräftiger Impuls für die neue Partei "Die Linke".