Rothenbaum: Achtelfinale wieder ohne Deutsche

Aus für Mayer und Kohlschreiber

Die deutschen Tennisprofis haben sich am Hamburger Rothenbaum wieder einmal blamiert. Als letzter der sechs gestarteten Lokalmatadoren schied am Donnerstag Florian Mayer sang- und klanglos mit 2:6, 4:6 gegen den Finnen Jarkko Nieminen in der zweiten Runde aus.

Hamburg. München-Sieger Philipp Kohlschreiber, dem nach der Absage des verletzten Thomas Haas die meisten Chancen eingeräumt worden waren, hatte sich bereits tags zuvor in seinem zweiten Match verabschiedet. Das Achtelfinale des mit 2,08 Millionen Euro dotierten einzigen deutschen Masters-Turniers findet somit wie in den beiden Vorjahren wieder ohne deutsche Beteiligung statt.

"Ich habe die falsche Taktik gewählt", ärgerte sich Mayer, der 2004 letzter deutscher Tennisprofi in der Runde der letzten 16 gewesen war. Und in bestem Tennis-Deutsch ergänzte der bitter enttäuschte Bayreuther: "Erst als ich im zweiten Satz einfach mitgelullt habe, bin ich besser ins Spiel gekommen." In beiden Sätzen startete der zuletzt ausgebootete Daviscupspieler denkbar schlecht und lag gleich 0:2 zurück. Dennoch hatte er im zweiten Durchgang die Chance, das Match zu drehen. "Den Satz hätte ich gewinnen müssen. Bei 4:3 und zwei Breakbällen muss mehr heraus springen."

Sein Augsburger Daviscup-Kollege Kohlschreiber verabschiedete sich schon einen Tag früher mit einem 7:6 (7:3), 1:6, 4:6 gegen Igor Andrejew. "Er hat verdient gewonnen", sagte der 23-Jährige. "Ich kann mir nicht viele Vorwürfe machen, es war knapp. Ich hoffe, dass ich aus dieser Niederlage lernen werde und davon profitieren kann." Zehn Tage nach seinem ersten Titelgewinn ging der München-Sieger hochkonzentriert zu Werke. Doch nach dem gewonnenen Tiebreak riss der Faden und der Weltranglisten-33. kassierte im vierten Vergleich mit dem Russen die vierte Niederlage.

"Seit seinem großen Erfolg im Daviscup schwimmt er auf einer großen Welle des Erfolgs, so etwas ist wichtig für das deutsche Tennis", hatte der dreimalige Wimbledon-Sieger Boris Becker vor der Partie noch über Kohlschreiber gesagt. "Es gibt keinen Grund, warum er sich nicht in den Top 10 etablieren sollte." Becker und sieben weitere Stars von gestern wie Michael Stich, Henry Leconte oder Thomas Muster spielen am Rothenbaum ein Oldie-Turnier.

Am "Tag der Giganten", wie die offizielle Turnierzeitung den Mittwoch nannte, hatte der zuletzt schwächelnde Branchen-Primus Roger Federer drei Sätze lang hart gegen den in der Weltrangliste auf Position 48 notierten Argentinier Juan Monaco zu kämpfen. "Ich bin sehr erleichtert", räumte der zehnmalige Grand-Slam-Sieger nach dem gewonnenen ersten Match nach der Trennung von seinem Trainer Tony Roche ein. Rafael Nadal fertigte seinen Landsmann Oscar Hernandez drei Tage nach seinem Erfolg in Rom in zwei Sätzen ab und feierte seinen 78. Sieg auf Sand nacheinander.