Tollwut-Patient im UKE gestorben

Nach mehreren Wochen im künstlichen Koma ist ein an Tollwut erkrankter Mann am Sonntag in Hamburg gestorben. Das teilte ein Sprecher des Universitäts-Krankenhauses Eppendorf (UKE) mit.

Der Mann, über den keine näheren persönlichen Informationen vorliegen, hatte sich vor mehr als zehn Wochen durch einen Hundebiss in Nordafrika mit der tödlichen Krankheit infiziert und war Mitte April aus einem anderen Bundesland ins UKE überwiesen worden. Dort hatten ihn die Ärzte in ein künstliches Koma versetzt, um den Organismus zu entlasten.

"Der Tod des Patienten kam zu diesem Zeitpunkt relativ unerwartet, aus den Körperwerten ließ sich keine Verschlechterung des Zustandes ablesen", sagte UKE-Sprecher Mathias Goyen. Es sei aber charakteristisch für den Verlauf der Krankheit, dass sich manchmal über Wochen am Zustand des Patienten nichts ändere. Anders als zum Beispiel bei Knochenbrüchen sage die Länge des Heilungsprozesses auch nichts über die Heilungschancen. Der Mann sei am Ende gestorben, weil mehrere Organe versagten. Die Ärzte am UKE wollen nun auswerten, ob sich aus dem Verlauf der Krankheit Schlüsse für künftige Behandlungen ziehen lassen.

In Deutschland wurde zuletzt 1996 und 2004 jeweils ein tödlicher Tollwutfall gemeldet. Zudem starben 2005 drei Empfänger mit dem Virus verseuchter Spenderorgane. Die Spenderin hatte sich durch Hundebisse in Indien oder Sri Lanka infiziert.

Der nun in Hamburg gestorbene Mann hatte erst mehrere Wochen nach dem Biss erste Symptome der Infektion gezeigt. Er hätte vermutlich gerettet werden können, wenn er unmittelbar nach dem Biss geimpft worden wäre. Weltweit sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO jährlich rund 55 000 Menschen an Tollwut, die meisten davon in Afrika und Asien.