Türkei

Hunderttausende demonstrieren in Izmir gegen Islamisierung

In der westtürkischen Stadt Izmir sind am Sonntagvormittag Hunderttausende Menschen zusammengeströmt, um gegen die islamisch-konservative Regierung und für eine Beibehaltung der Trennung von Staat und Religion zu demonstrieren.

Wie bei vorausgegangenen Massenprotesten in Ankara und Istanbul schwenkten die Demonstranten rote Landesflaggen mit Stern und Halbmond und trugen Poster des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk. Von zwei Sammelpunkten aus zogen die Massen zum Hauptkundgebungsplatz, der schon vor dem eigentlichen Beginn gefüllt war, wie im türkischen TV zu sehen war. Gerechnet wird mit einer Rekordbeteiligung von mehr als einer Million Menschen.

Der Protest hatte sich daran entzündet, dass die Regierungspartei AKP Außenminister Abdullah Gül vom Parlament zum Staatspräsidenten wählen lassen wollte. Nach dem Scheitern der Wahl, zu der maßgeblich das türkische Militär mit einer scharfen Warnung vor einer Islamisierung des Staates beigetragen hatte, hat das türkische Parlament als Ausweg aus der Krise Neuwahlen für den 22. Juli beschlossen.