Schifffahrt: Osteuropa beliebtes Landungsziel

Hamburg in Hafenrangliste knapp hinter Rotterdam

Beim Rennen um den Titel als größter europäischer Containerhafen macht die Hansestadt Boden gut. Der Hamburger Hafen wuchs im Jahr 2006 um 9,8 Prozent.

Wiesbaden. Beim Rennen um den Titel als größter europäischer Containerhafen rückt Hamburg immer weiter auf den großen Konkurrenten Rotterdam auf. Hamburg verzeichnete im Jahr 2006 einen Umschlag von 8,9 Millionen Standardcontainern, Rotterdam lag bei 9,6 Millionen Stück. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Hamburg mit. Allerdings wuchs Hamburg um 9,8 Prozent, Rotterdam nur um 3,4 Prozent. Damit verringerte sich der Abstand zum wiederholten Male, wie das Amt mitteilte.

Nach Ansicht von Schifffahrtsexperten spiegelt die Entwicklung den Trend bei den Ladungszielen: Immer mehr Fracht geht in Richtung Osteuropa. Bei diesen Zielen ist Hamburg als Umschlaghafen deutlich im Vorteil, weil mehrere hundert Kilometer näher dran. Beim Transport wird versucht, die Fracht so weit wie möglich über See zu bringen, weil das billiger als der Landtransport ist. Hamburg ist über die Elbe in Richtung Osten erreichbar. Rotterdam ist über den Rhein vor allem mit den klassischen deutschen Industrien an Rhein und Ruhr verbunden.

Der Hamburger Senat beschloss am Dienstag ein millionenschweres Investitionsprogramm für den Hafen. Damit soll die Kapazität von heute 9,2 Millionen Containern bis 2015 auf 18 Millionen Stück steigen. Zur Finanzierung will die Stadt 30 Prozent der staatlichen Hafengesellschaft HHLA an die Börse bringen. International gesehen steht Rotterdam beim Containerumschlag auf Platz 7, Hamburg auf 8. Weltweit größter Containerhafen ist Singapur mit fast 25 Millionen Stück vor Hongkong mit 23,5 Millionen. In Deutschland liegen die Bremer Häfen, das ist vor allem Bremerhaven, mit 4,5 Millionen Stück auf Platz 2, das Wachstum betrug sogar über 20 Prozent. Es folgt Lübeck mit 264.000.