Archäologie: Sensationeller Fund

Herodes-Grab entdeckt

Israelische Forscher haben den Sarkophag in der Nähe eines antiken Palastes gefunden.

Jerusalem. Nach jahrzehntelanger Suche hat ein israelischer Archäologe das Grab von König Herodes entdeckt. Der Name des jüdischen Herrschers ist sowohl mit dem Bericht des Neuen Testaments über den Kindermord von Bethlehem als auch mit dem Ausbau des Tempels von Jerusalem verbunden.

Das Grab wurde auf dem Herodium entdeckt, einem flachen Hügel in der Wüste von Judäa, der von Südjerusalem aus zu sehen ist. Herodes errichtete dort zwei Palastanlagen, und dazwischen wurde jetzt seine Grabstätte gefunden. Entdecker ist der Archäologie-Professor Ehud Netzer, der sich schon seit 1972 mit dem Hügel beschäftigt.

Es wurde schon immer angenommen, dass Herodes dort beigesetzt wurde. Grundlage ist ein Bericht des jüdischen Geschichtsschreibers Flavius Josephus, der im ersten nachchristlichen Jahrhundert die Prozession zur Beisetzung von Herodes beschrieben hat. Bisherige Grabungen erbrachten aber keinen Hinweis auf das Grab. Herodes wurde etwa 73 v. Chr. geboren und starb im März des Jahres 4 v.Chr. - also bald nach dem historischen Datum der Geburt Jesu. Um das Jahr 40 herum wurde er unter römischer Oberherrschaft jüdischer König. Er nutzte seine Regierungszeit für umfangreiche Baumaßnahmen. So geht auch die Mauer um das alte Jerusalem, die heute noch zu sehen ist, auf seine Bautätigkeit zurück.

Hingegen konnte der Kindermord von Bethlehem historisch nicht nachgewiesen werden. Grundlage ist das Matthäus-Evangelium, wo Herodes das Blutbad mit dem Motiv zugeschrieben wird, den in Bethlehem geborenen Konkurrenten um den Königsthron auszuschalten.