Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI)

Defibrillation gegen plötzlichen Herztod wenig erfolgreich

Als erste Maßnahme gegen den plötzlichen Herztod empfehlen Mediziner die Herzdruckmassage anstelle der Defibrillation. Anders als zuvor gedacht sei die Defibrillation nur in wenigen Fällen erfolgreich, sagte Prof. Jens Scholz von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) am Donnerstag in Hamburg.

Die inzwischen an vielen Orten aufgehängten Defibrillatoren sollen mit einem starken Stromschlag das lebensbedrohlich flimmernde Herz wieder zum normalen Schlagen bringen.

Die Gesellschaft hat seit dem vergangenem Jahr 1000 Wiederbelebungsversuche dokumentiert und festgestellt, dass eine Defibrillation nur bei jedem vierten Patient möglich ist. Die anderen Patienten haben kein Herzflimmern, so dass das Herz nicht defibrilliert werden kann. Ein Defibrillator setzt bei ihnen gar nicht ein. Frühere Untersuchungen waren von einer viel höheren Quote für Defibrillationen ausgegangen. Eine Herzdruckmassage sei für alle Patienten unabdingbar, betonte die DGAI.

Bislang überlebe nur jeder Zehnte den plötzlichen Herzstillstand, sagte Scholz, der am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel arbeitet. Von den etwa 100 000 Menschen, die jedes Jahr in Deutschland einen plötzlichen Herzstillstand erleiden, stirbt laut DGAI die Hälfte, bevor ein Arzt zur Stelle ist. Bei der anderen Hälfte könne ein Arzt zwar eine Wiederbelebung einleiten. Aber auch dann seien die Überlebenschancen gering, erläuterte Scholz. Besser sind die Chancen laut DGAI, wenn der Patient schon von einem Helfer betreut wurde.

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