Nordwesten Pakistans

Pakistanischer Minister bei Anschlag verletzt

Ein Selbstmord-Attentäter verübte in der Stadt Charsadda, in der Nähe von Peshawar, auf den pakistanischen Innenminister Aftab Sherpao einen Anschlag.

Bei dem Anschlag kamen mindestens 22 Menschen uns Leben, der Minister wurde nur leicht verletzt, wie die Polizei der Nordwest-Provinz am Samstag mitteilte. Viele weitere Menschen hätten bei dem Attentat Verletzungen erlitten. Unter ihnen sei auch Sherpaos Sohn. Dem Minister und seinem Sohn gehe es aber den Umständen entsprechend gut, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Polizeichef Sharif Virk sagte, der Kopf des Attentäters sei gefunden worden; der Mann habe offenbar aus Afghanistan gestammt.

Augenzeugen berichteten, der Innenminister sei gerade zum Ende einer öffentlichen Rede gekommen, als ein Mann zur Tribüne vorgelaufen sei und sich in die Luft gesprengt habe. Das Fernsehen zeigte Bilder von Sherpao, wie er den Tatort zu Fuß verließ; er hatte Blutflecken auf der Kleidung und stand offenbar unter Schock. Wie die Polizei mitteilte, waren 15 Menschen bei der Explosion sofort tot, fünf weitere starben im Krankenhaus. Unter den Toten seien fünf Polizisten. Die Zahl der Verletzten gab ein Polizeisprecher mit 25 an.

Aus Geheimdienstkreisen verlautete, Sicherheitskräfte hätten den Mann aufgehalten, als er sich dem Politiker habe nähern wollen. Augenblicke später sei der Sprengsatz detoniert.

Die Nordwest-Provinz grenzt an Afghanistan, und in dem Gebiet leben viele afghanische Flüchtlinge. Immer wieder erschüttern Attentate die Region; seit Anfang des Jahres starben rund fünfzig Menschen bei Anschlägen. Die vor allem in Afghanistan aktiven Taliban haben in Pakistan Rückzugsgebiete.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag, der Verdacht fiel aber auf militante Islamisten, die wiederholt Anschläge auf ranghohe Politiker verübt haben. Pakistan unterstützt den Kampf der USA gegen den Terrorismus.