Mindestens 55 Tote bei Selbstmordanschlag in Kerbela

Ein Selbstmordattentäter hat in der heiligen Schiitenstadt Kerbela im Irak am Sonnabend mindestens 55 Menschen in den Tod gerissen. Wie das Gesundheitsministerium der 110 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt mitteilte, wurden mindestens 160 Menschen verletzt, als der Attentäter in den frühen Abendstunden eine Autobombe zündete.

Kerbela. Den Angaben zufolge zündete der Attentäter in Kerbela den Sprengsatz nur rund 200 Meter vom Schrein des Imam Abbas entfernt - eines der wichtigsten Heiligtümern der Schiitenstadt. Unter den Opfern waren demnach viele Frauen und Kinder. Nach Angaben eines Nachrichten-Korrespondenten versammelten sich am Ort des Anschlags hunderte aufgebrachte Menschen, die nach ihren Angehörigen suchten. Auf den Straßen lägen Leichen, aus beschädigten Autos stieg schwarzer Rauch auf, berichtete der Korrespondent. Die Behörden verfügten eine Ausgangssperre, die von 20.00 Uhr (Ortszeit) bis zum Sonntagmorgen dauern sollte.

Kerbela beherbergt unter anderem das Mausoleum des Imam Hussein, eine der am meisten verehrten Figuren im schiitischen Islam. Bei einem ähnlichen Anschlag in der Nähe des Mausoleums waren Mitte des Monats 42 Menschen ums Leben gekommen.

Auch an anderen Orten im Irak dauerte die Gewalt am Samstag an, mindestens 19 Menschen starben. In der Hauptstadt Bagdad wurden bei Schießereien und Anschlägen 14 Menschen getötet. Fünf Menschen starben in den nördlich von Bagdad gelegenen Städten Kirkuk, Samarra und Mossul. In Mossul wurden die Leichen von fünf Ermordeten gefunden, unter ihnen ein fünfjähriges Kind.