Afghanistan-Einsatz

Tornado-Flieger blieben unverletzt

Lesedauer: 2 Minuten

Die Bundeswehr hat nach 20 Einsatzflügen in Afghanistan ihren ersten Tornado-Ausfall. Um 10.50 Uhr afghanischer Zeit setzte der Tornado am Sonnabend auf, plötzlich brach das Bugfahrwerk weg. Die Besatzung blieb unverletzt.

Nachdem das Bugfahrwerk abgebrochen war, riss der Pilot die Nase des Jets so lange wie möglich hoch, dann kippte das Flugzeug nach vorn. Der torpedoförmige Behälter mit den teuren Aufklärungskameras unter der Maschine fing die Wucht des Aufpralls ab. Keine Minute dauerte es, bis die Feuerwehr an dem Tornado war und einen Schaumteppich legte, um Feuer oder eine Explosion zu verhindern - der havarierte Jet hatte Munition an Bord und Benzin in den Tanks.

Ein ziviler Luftfahrtexperte und Pilot zum Unfall: Die Besatzung habe "total Glück gehabt, dass sich die Maschine nicht überschlagen und Feuer gefangen hat. Stellen Sie sich vor, dass sie mit ihrem Auto mit 240 Stundenkilometern über die Autobahn brettern und ihnen fliegen die Vorderräder weg." Man könne von beträchtlichen Schäden an dem teuren Hightech-Flugzeug ausgehen, deren Behebung dauern werde.

Der Unglücks-Tornado ist laut Bundeswehr nun zur Beweissicherung "gesperrt". Nur noch fünf der sechs deutschen Aufklärungsjets sind einsatzbereit, allerdings reicht das für die NATO-Mission: Pro Tag fliegt die Bundeswehr maximal zwei Einsätze mit je zwei Maschinen.

Geschwadersprecher Hartmut Beilmann nennt den Zwischenfall "ernst". Er betont aber, die in Deutschland umstrittene Mission werde fortgesetzt, der Unfall habe keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb. Allerdings hat die Suche nach der Ursache, die nach Bundeswehr-Angaben mehrere Wochen dauern wird, erst begonnen. Trotzdem schließt Beilmann bereits am Sonnabend eine Möglichkeit aus: Die Landebahn sei zwar "in bestimmten Zonen wellig", aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht der Grund für den Unfall gewesen. Die Landebahn auf dem nordafghanischen Bundeswehr-Standort Masar-i-Scharif, die auch zivile Flugzeuge nutzen, sei vor dem Einsatz geprüft und als geeignet für die sensiblen Tornados befunden worden.

Der Luftfahrtexperte, der nicht genannt werden möchte, sieht das anders. Die Landebahn sei sehr wellig und wenn eines der hoch empfindlichen Flugzeuge auf einer Welle lande, könne das Bugrad abreißen, was eine Gefahr auch für die verbliebenen fünf Tornados und deren Besatzungen darstelle. Die Landebahn sei sehr unprofessionell geflickt, gibt der Experte weiter an.

Geschwadersprecher Beilmann weist das zurück und betont, die Jets würden in den welligen Zonen nicht starten und landen. Allerdings räumt auch der Oberstleutnant ein, dass es "natürlich kein normaler Vorgang" sei, dass einem Tornado das Bugrad abreißt.