17 mutmaßliche Aufständische im Irak festgenommen

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Die US-Streitkräfte haben bei landesweiten Razzien gegen die Terrorgruppe Al Kaida im Irak am Samstag 17 mutmaßliche Aufständische festgenommen. Unter den Verdächtigen sei auch ein angeblicher Geheimdienstoffizier, teilte ein Militärsprecher mit.

Bagdad. Die US-Streitkräfte haben bei landesweiten Razzien gegen die Terrorgruppe Al Kaida im Irak am Samstag 17 mutmaßliche Aufständische festgenommen. Unter den Verdächtigen sei auch ein angeblicher Geheimdienstoffizier, teilte ein Militärsprecher mit. Die anhaltende Gewalt kostete erneut mindestens acht Menschen das Leben, darunter drei Kinder, die bei einem Granatenangriff in einem Wohngebiet in Bagdad getötet wurden.

Zehn Iraker wurden laut Polizei bei den Explosionen im Westen der Hauptstadt verletzt. Ebenfalls in Bagdad beschossen Bewaffnete ein mit sieben Personen besetztes Fahrzeug und töteten vier der Insassen. Die Bluttat ereignete sich nach Polizeiangaben im Stadtviertel Baijaa, das sowohl von Sunniten als auch von Schiiten bewohnt wird. Unter den Toten soll sich ein Mitarbeiter des Roten Halbmonds befinden, die Hilfsorganisation bestätigte dies zunächst aber nicht. Ein Polizeisprecher sagte, die Opfer seien offenbar auf dem Weg ins benachbarte Syrien gewesen. In Safaranija im Osten Bagdads wurde bei einer Bombenexplosion ein Straßenreiniger in den Tod gerissen, acht weitere Arbeiter wurden verletzt.

In der Nähe von Falludscha zerstörten die US-Truppen am Freitag einen als Autobombe präparierten Lkw. Bei einer Razzia in Mahmudija südlich der Hauptstadt nahmen irakische und US-Soldaten acht Verdächtige fest. Bei dem Einsatz am vergangenen Sonntag seien außerdem zahlreiche Waffen beschlagnahmt worden, die mit iranischen Beschriftungen gekennzeichnet waren.

Der radikale Schiitenführer Muktada al Sadr warf US-Präsident George W. Bush vor, die Iraker ihrer grundlegenden Freiheiten beraubt zu haben. Sein Volk habe das Recht auf Leben und Unabhängigkeit verloren, heißt es in einem Schreiben Al Sadrs, das ein Cousin des Geistlichen vor dem Parlament in Bagdad verlas. Bush habe dem Ansehen des Westens "bei den Menschen im Osten" geschadet, heißt es darin weiter. Mit Blick auf das angekündigte Veto Bushs gegen die Entscheidung der US-Demokraten für einen Abzug der US-Truppen aus dem Irak betonte Al Sadr, auch Mitglieder von Bushs Republikanern seien dieser Ansicht gefolgt. "Wenn Sie selbst Ihre Freunde und Partner ignorieren, ist es kein Wunder, dass Sie die internationalen und irakischen Ansichten ignorieren", erklärte Al Sadr. "Ihre Sturheit wird Ihnen nichts nützen."

Ein mutmaßlicher Al-Kaida-Kommandeur warf unterdessen den Schiiten im Irak Verrat vor. Sie kämpften an der Seite der US-Truppen, sagte Abu Laith al Libi in einem am Freitag von Al Kaida verbreiteten Video, das die US-Organisation IntelCenter veröffentlichte. Nach pakistanischen Angaben war Al Libi für das Terrornetzwerk im Osten Afghanistans aktiv. Wo er sich derzeit aufhalte, sei nicht bekannt.

Dänemark schickt eine Sondereinheit zur Verstärkung seiner Truppen in den Südirak, wie ein Militärsprecher am Samstag mitteilte. Sie sei bereits auf dem Weg und solle "ein spezielles Problem lösen", erklärte Hans Vedholm. Um wie viele Soldaten es sich handelt und wie lang sie im Irak bleiben sollen, sagte Vedholm nicht. Die Regierung in Kopenhagen will bis August ihre derzeit 460 Soldaten aus dem Irak abziehen und durch eine kleinere Hubschraubereinheit ersetzen.