Bundesliga

Zwei Tore innerhalb von vier Minuten

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Beim Nord-Süd-Derby in der Allianz Arena spielten die Gäste um Längen besser. Zwar gingen die Bayern in der ersten Halbzeit mit 1:0 in Führung, doch der HSV konnte in schneller Folge das Blatt wenden. Rafael van der Vaart mit Traumtor und Paolo Guerrero mit dem Entscheidungstreffer sind die Helden des Tages.

HSV-Trainer Huub Stevensen überraschte zunächst mit einer Neuaufstellung seiner Mannschaft. Guy Demel hatte sein Comeback, zusätzlich begann Nigel de Jong in der Startformation. Auch Thimothee Atouba war wieder fit und spielte. Hingegen saß Piotr Trochowski auf der Bank, Raphael Wicky war aus dem Kader genommen worden.

Die weiß gekleideten HSV-Profis zeigten gleich, dass sie heiß auf Punkte waren. Die erste Halbzeit war entsprechend vom HSV dominiert. Bereits in der dritten Minute gab es den ersten Freistoß für die Hamburger. Van der Vaart brachte den Ball in die Mitte, doch er fand keinen Abnehmer.

Erste Gefahr für Stevens' Elf in der siebten Minute. Salihamidzic stand plötzlich frei vor Keeper Frank Rost und zog ab. Doch Rost wehrte den Ball mit dem Fuß ab.

Die angereisten Gäste hatten in den folgenden Minuten die eine oder andere Chance, konnten das Leder jedoch nicht über die Linie bringen. Rost spielte z.B. in der 13. Minute auf van der Vaart, der gleich weiter auf Olic leitete. Allerdings kam Bayern-Torwart Kahn aus seinem Kasten und so fehlte dem Kroaten der entscheidende Meter.

Acht Minuten später dann die bis dahin beste Chance für die Kicker von der Elbe. Olic spielte auf Jarolim, der umkurvte Kahn, doch sein Schuss wurde von Demichelis kurz vor der Linie geklärt. Die Gäste gaben nicht auf, spielten immerzu nach vorne.

Zehn Minuten vor dem Pausenpfiff gab es das 1:0 für die Bayern. Aus dem Gewühl vor Rosts Kasten heraus schoss Pizarro und traf. Das sah mehr nach einem Glückstreffer aus, wenn man bedenkt, dass bis dahin hauptsächlich der HSV im Spiel war.

Die zweite Halbzeit war ebenfalls in Hamburger Hand. Doch die Hanseaten schafften es zunächst immer noch nicht, ihre guten Chancen zu nutzen. In der 56. Minute gab es den ersten Wechsel. Mahdavikia kam für Demel, der nach seiner langen Krankheit noch nicht wieder bei 100 Prozent war.

Großer Jubel in der 72. Minute, als HSV-Kapitän van der Vaart den Ausgleich schaffte. Der Holländer bekam den Ball von Sorin aufgelegt und zog einfach volley ab — aus 25 Meter Entfernung. Der Ball schlug im Giebel ein und Kahn war ohne Chance. Das war van der Vaarts siebtes Saisontor.

Vier Minuten später wurden die Anstrengungen der HSV-Elf belohnt. Frank Rost spielte den Ball weit nach vorne zu Guerrero, der erst wenige Minuten zuvor für de Jong eingewechselt wurden war. Der Ex-Bayer zog aus halblinker Position ab und versenkte das Leder mit dem linken Fuß in den Winkel, in den zuvor van der Vaart traf. Die Bayern waren zu träge und hatten sich bis dahin auf ihrer Führung ausgeruht gehabt, doch so schnell kann eine Führung verloren gehen.

Ab der 90. Minute spielte der HSV nur noch zu zehnt, da Thimothee Atouba Gelb-Rot sah. Das machte den aufgepeitschten Hanseaten nichts aus, sie konnten die Führung über die letzten drei Minuten Nachspielzeit hinaus retten.

Damit holt sich der HSV, wie schon im Vorjahr, die drei Punkte in der Allianz Arena. Huub Stevens Mannschaften musste in zehn Spielen nur eine einzige Niederlage hinnehmen. Bayern München hat sich mit der Niederlage endgültig aus dem Kampf um die Champions League verabschiedet.

Trainer Huub Stevens zeigte sich zufrieden mit seinen Spielern: "Das war ein Meilenstein für uns. In München gewinnt man nicht jeden Tag. Wir haben sehr gut begonnen und hatten auch gute Möglichkeiten. Nach der Führung der Bayern wurde es für uns schwieriger. Aber wir haben nach der Pause unsere Chancen genutzt. Vor allem das Tor von Rafael van der Vaart war super."

Weitere Ergebnisse vom 31. Spieltag

Nürnberg - Wolfsburg 1:1 Aachen - Hertha BSC 0:4 M'gladbach - Stuttgart 0:1 Dortmund - Frankfurt 2:0 Mainz 05 - Hannover 1:2

Kurztabelle

  1. Schalke 04 - Punkte: 62
  2. VfB Stuttgart - Punkte: 61
  3. Werder Bremen - Punkte: 60
  4. Bayern München - Punkte: 53
  5. 1. FC Nürnberg - Punkte: 45
  6. Bayer Leverkusen - Punkte: 45
  7. Hertha BSC Berlin - Punkte: 41
  8. Hannover 96 - Punkte: 41
  9. Hamburger SV - Punkte: 39
  10. VfL Bochum - Punkte: 39
  11. Borussia Dortmund - Punkte: 38
  12. Energie Cottbus - Punkte: 38
  13. VfL Wolfsburg - Punkte: 36
  14. Eintracht Frankfurt - Punkte: 34
  15. Arminia Bielefeld - Punkte: 33
  16. Alemannia Aachen - Punkte: 33
  17. FSV Mainz 05 - Punkte: 31
  18. Borussia Mönchengladbach - Punkte: 25