Frühjahresgutachten: Robuster Aufschwung

Gutachter fordern Steuersenkungen

Deutschland steht nach Einschätzung der fünf führenden Forschungsinstitute vor einem länger anhaltenden Wirtschaftsaufschwung.

Berlin. Für dieses und nächstes Jahr sagen die Ökonomen ein Konjunkturplus von jeweils 2,4 Prozent voraus. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem kräftigen Aufschwung", teilten die Institute am Donnerstag in Berlin in ihrem Frühjahresgutachten mit.

Die Forscher forderten die Regierung auf, nicht in ihren Reformanstrengungen nachzulassen. Mittelfristig solle es das Ziel sein, die Lohn- und Einkommensteuer zu senken, um Wachstum und Beschäftigung zu fördern. Ähnlichen Forderungen von Glos hatte Kanzlerin Merkel allerdings erst kürzlich eine Absage erteilt und erklären lassen, es gebe in dieser Legislatur keine weiteren Steuersenkungen. Auch bei den Unternehmenssteuern sehen die Forscher Änderungsbedarf, da die Reform 2008 "nicht sehr ehrgeizig ist".

Die Experten warnten die Regierung davor, sich von der günstigen Konjunkturlage verleiten zu lassen und dabei "Maßnahmen zu beschließen, die den mittelfristigen Wachstumstrend beeinträchtigen und den Abbau der strukturellen Arbeitslosigkeit behindern".

2006 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,7 Prozent gestiegen. Bemerkenswert sei, dass der Aufschwung immer stärker vom privaten Konsum gestützt werde. Weil die Arbeitslosigkeit zurückgehe und die Löhne anzögen, würden die Bürger wieder mehr Geld ausgeben.

Die Zahl der Arbeitslosen wird dem Gutachten zufolge weiter deutlich zurückgehen. Die Arbeitslosenquote werde von 10,3 Prozent (2006) zunächst auf 8,7 Prozent (2007) und 2008 auf 8,0 Prozent sinken. Im Jahresdurchschnitt werde 2007 die Zahl der Arbeitslosen bei 3,767 Millionen und 2008 bei 3,465 Millionen liegen.