Telekom will Gehälter im Service um zwölf Prozent senken

Im Gegenzug bietet Telekom Kündigungsverzicht bis Ende 2010 an - Tarifverhandlungen mit ver.di unterbrochen

Die Telekom will die Gehälter ihrer Service- und Callcenter-Mitarbeiter innerhalb von 30 Monaten schrittweise um insgesamt zwölf Prozent senken. Im Gegenzug bot der Konzern in der vierten Runde der Tarifverhandlungen über die Auslagerung von rund 50.000 Beschäftigten in gesonderte Service-Unternehmen einen Verzicht auf Kündigungen und auf einen Verkauf der Servicesparte bis Ende 2010 an, wie ein Sprecher am Dienstag in Bonn mitteilte.

Die von Warnstreiks begleiteten Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di waren kurz nach Mitternacht unterbrochen worden. Eine neuer Termin wurde noch nicht vereinbart. Der Telekom-Sprecher erklärte, das Unternehmen wolle "die Gespräche zeitnah fortsetzen, um in Verhandlungen mit ver.di einen tragfähigen Kompromiss im Interesse der Mitarbeiter zu erreichen". Zu dem am Montag vorgelegten Gesamtpaket gehöre auch ein sozialer Ausgleich im Zuge der angestrebten Entgeltabsenkung sowie die "Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in signifikanter Höhe bei Vereinbarung neuer Einstiegsgehälter".

Die Gewerkschaft wollte ihre Sicht des Verhandlungsstandes bei einer Pressekonferenz am heutigen Dienstag ab 10 Uhr erläutern. Für Dienstagnachmittag berief sie die große Tarifkommission nach Göttingen ein. Sie könnte über weitere Arbeitskampfmaßnahmen beraten.