Taliban: erneut Selbstmordanschlag

Neun Polizisten bei Anschlag im nordafghanischen Kundus getötet

Wie das afghanische Innenministerium in Kabul vor Journalisten mitteilte, wurden 25 weitere Polizisten verletzt, als sich der Attentäter vor einer Polizeistation in die Luft sprengte.

Kabul. Der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammed Omer, sagte, fünf der insgesamt 25 Verletzten lägen im Koma. Laut Omar wurden acht Polizisten getötet. Der Selbstmordattentäter sei zu Fuß zu der Polizeistation gekommen, als die Polizisten gerade ihre Morgengymnastik vor dem Gebäude gemacht hätten. Der Attentäter habe einige Worte mit den Polizisten gewechselt und sich dann inmitten der Beamten in die Luft gesprengt.

In Nordafghanistan sind rund 3000 Soldaten der Bundeswehr stationiert, darunter ein Regionales Wiederaufbauteam (PRT) in Kundus. Die Region gilt als relativ ruhig. Das Selbstmordattentat war das erste in Nordafghanistan seit Jahresbeginn. Im ganzen Land wurden im selben Zeitraum bereits etwa 20 Selbstmordanschläge verübt, allein drei in den vergangenen drei Tagen.

Taliban-Sprecher Jusuf Ahmadi übernahm in einem Telefonanruf bei der Nachrichtenagentur AFP im Namen seiner Gruppe die Verantwortung für das Attentat. "Wir haben den Angriff ausgeführt", sagte er. "Er wurde von einem unserer hingebungsvollen Afghanen ausgeführt."