Telekom: Bundesweite Kundgebungen

Telekom-Proteste in Wilhelmsburg

Kosten senken, Service verbessern. Das will die Telekom mit der Auslagerung von 50 000 Arbeitsplätzen erreichen. Doch der Plan stößt bei der Gewerkschaft ver.di auf heftigen Widerstand. Denn in der neuen T-Service sollen die Mitarbeiter länger und für weniger Geld arbeiten.

Hamburg/Bonn. Die angestellten Beschäftigten der Deutschen Telekom haben am Donnerstag in Hamburg aus Protest gegen geplante Umstrukturierungen des Unternehmens die Arbeit niedergelegt. Rund 600 der 2000 Hamburger Telekom-Beschäftigten versammeln sich am Vormittag zu einer Protestkundgebund in Wilhelmsburg, teilte die Gewerkschaft ver.di mit. Rund 90 Prozent der Beschäftigten in Hamburg seien von der geplanten Auslagerung von bundesweit 50 000 Arbeitsplätzen in Service-Gesellschaften betroffen. Etwa die Hälfte der Telekom- Beschäftigten in Hamburg sind Beamte und nehmen an dem Warnstreik nicht teil.

Insgesamt sind rund 8000 Mitarbeiter der Deutschen Telekom sind am Donnerstagmorgen nach Gewerkschaftsangaben in den Warnstreik getreten. ver.di-Bundesvorstand Lothar Schröder: "Die Wut und die Empörung der Beschäftigten sind groß. Sie befürchten, dass sie die Rechnung für jahrelanges Missmanagement zahlen müssen." Die Telekom und ver.di wollen an diesem Donnerstag und Freitag die Verhandlungen über die geplante Ausgliederung von Mitarbeitern in die neue Gesellschaften unter dem Namen T-Service fortsetzen.

Von den Warnstreiks seien alle Bundesländer betroffen, sagte ein ver.di-Sprecher. "Wir gehen davon aus, dass der Betrieb in größerem Umfang beeinträchtigt wird." So seien Verzögerungen bei der Beseitigung von Störungen und der Einrichtung von DSL-Anschlüssen zu erwarten. Probleme werde es zudem bei der Auftragsbearbeitung geben, sagte der Sprecher.

In zwei vorangegangenen Verhandlungsrunden hatten die Tarifparteien keine Annäherung erzielt. Die Telekom hatte daher mit einem Alleingang bei der Umstrukturierung gedroht. Das Unternehmen will mit dem Umbau seine Kosten senken und die Servicequalität verbessern. In der neuen T-Service sollen die Mitarbeiter unter anderem länger und für weniger Geld arbeiten. Der Bonner Konzern plant die Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 34 Stunden auf mindestens 38 Stunden. Besonders Berufsanfänger bei T-Service sollen deutlich weniger verdienen. Ver.di fordert dagegen einen tariflichen Schutz der betroffenen Telekom-Beschäftigten.