Stevens strich Ostern für HSV-Profis

Huub Stevens strich für die Verlierer beim Hamburger SV die Feiertage, Erfolgscoach Armin Veh hingegen entließ seine Stuttgarter Siegerelf in ein freies Osterwochenende.

"Das haben sich meine Jungs einfach verdient, wir haben Klasse-Fußball in der ersten Halbzeit gespielt", lobte Veh nach dem 4:2-(3:0)-Sieg des VfB am Samstag in der Fußball-Bundesliga. Mit schnellem Konterspiel überrannte die junge Schwaben-Elf den konsternierten HSV, dem hinterher die Erklärungen fehlten. "Tagelang hören und lesen die Spieler nur vom möglichen Platz sieben und UI-Cup, das ist unbewusst im Kopf", kritisierte HSV-Coach Stevens, der direkt nach der Partie wieder ans Krankenbett seiner Frau nach Rotterdam eilte.

Zuvor gab es jedoch noch eine Ansprache an die wieder voll im Abstiegskampf steckenden Hamburger und eine Instruktion an Co-Trainer Markus Schupp, der das Team auf die wichtige Auswärtsaufgabe am Freitag in Mönchengladbach vorbereiten muss. "Leider kann ich nicht hier sein, ich komme so schnell wie möglich wieder", versprach der Niederländer. In die allgemeine Schiedsrichter-Schelte nach mehreren umstrittenen Aktionen von Lutz Wagner (Hofheim) wollte Stevens nicht einstimmen: "Wenn man so wenig auf dem Platz steht wie wir heute, kann man sich nicht ungerecht behandelt fühlen."

Ganz andere "Sorgen" hatte Veh, der die bohrenden Fragen nach den Stuttgarter Titelambitionen aber mit einem genüsslichen Lächeln abschmetterte. "Wir müssen das nächste Spiel gegen auswärtsstarke Hannoveraner gewinnen, dann bleiben wir dran und halten die Bayern auf Abstand." Schwer wiege allerdings das Fehlen von Thomas Hitzlsperger nach der unnötigen Roten Karte und Ludovic Magnin nach dessen fünfter Gelben Karte.

Ein Sonderlob erhielt die Hamburger Leihgabe Benjamin Lauth, der erstmals von Beginn an dabei war. "Er hat ein ordentliches Spiel gemacht, was er jetzt im Training bestätigen muss." Allerdings fehle noch die optimale Anbindung an die Kollegen. Der ehemalige Nationalstürmer wurde mit Pfiffen im ausverkauften Stadion empfangen und nach 75 Minuten ausgetauscht. "Es tut mir Leid für den HSV, ich hätte heute gern eine andere Mannschaft geschlagen."

Wenn sich Lauth in den nächsten Wochen nicht steigert, wird er wohl wieder an die Elbe zurückkommen müssen. "Er hat es selbst in der Hand", meinte Veh. Lauth präsentierte sich aber deutlich harmloser als seine Kollegen Cacau (10.), Sami Khedira (13.), Roberto Hilbert (27.) und Fernando Meira (51.), die mit sehenswerten Toren - allesamt per Kopf - den VfB im Titelrennen hielten.

Etwas zu nachlässig agierte die erfrischend aufspielende Truppe nach der 4:0-Führung und ließ zu, dass die Norddeutschen sich noch einmal aufbäumten. Nach dem Platzverweis von Änis Ben-Hatira (34.) ebenfalls zu Zehnt, gaben Rafael van der Vaart und Co. noch einmal alles, doch außer für David Jarolim (66.) und Ivica Olic (75.) sprang kein weiterer Treffer heraus. "Ich hab das noch nicht erlebt, vier Kopfballtore zu bekommen. Wir haben in den entscheidenden Situationen geschlafen, und das wird in der Bundesliga bitter bestraft", sagte HSV-Torhüter Frank Rost.