Klimaschutz

Tiefensee will Klima-Pass für Neuwagen

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Damit der Kunde mehr Transparenz beim Kauf eines Neuwagens hat, fordert Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) einen verbindlichen Klima-Pass für alle Neuwagen.

Der "Bild"-Zeitung sagte der Minister, der Klima-Pass werde Aufschluss darüber geben, wie viel klimaschädigendes Kohlendioxid (CO 2 ) ein Auto ausstoße und in welchem Verhältnis der Ausstoß zur Nutzlast stehe. Der Automobilclub ADAC begrüßte das Vorhaben.

Tiefensee betonte: "Wir brauchen mehr Transparenz als Grundlage für vernünftige Kaufentscheidungen. Bisher ist der CO 2 -Wert nur als absolute Zahl im Katalog angegeben. Damit kann sich niemand ein Bild machen, ob der CO 2 -Ausstoß hoch oder niedrig ist. Deshalb schlage ich vor, dass die Autohändler so über die Umweltfreundlichkeit informieren müssen, wie wir es vom Kühlschrank kennen – mit einem deutlich sichtbar angebrachten Klima-Pass."

Der Minister erläuterte, auf dem Pass solle es zwei Skalen geben: "Auf der oberen ist der CO 2 -Ausstoß ablesbar. Grün heißt sehr wenig CO 2 , gelb bedeutet mittel und rot weist auf einen sehr hohen CO 2 -Wert hin. Auf der zweiten Skala soll der CO 2 -Nutzwert erkennbar sein, bei dem wir die maximale Zuladung mit in Betracht ziehen. "Mein Ziel ist, dass die Verbraucher noch in diesem Jahr diese nützliche Information beim Autokauf erhalten."

ADAC-Präsident Peter Meyer freut sich über den Vorschlag Tiefensees, da damit eine seit langem erhobene Forderung des ADAC aufgegriffen wird. Die derzeit existierenden Zahlenangaben zum Kohlendioxid-Ausstoß seien für die Verbraucher nur wenig aussagekräftig. "Die Verbraucher müssen auf einen Blick erkennen können, ob ein Auto hinsichtlich seiner CO 2 -Emissionen gut oder schlecht ist." In Staaten wie Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden würden Autos bereits nach Effizienzklassen gekennzeichnet.

Autoindustrie skeptisch

Die deutschen Autohersteller sehen die von Wolfgang Tiefensee geplante Kohlendioxid-Kennzeichnung von Neuwagen skeptisch. Angesichts der derzeit laufenden Gesetzgebungsverfahren in Brüssel sei es wichtiger, auf eine EU-Regelung hinzuarbeiten als jetzt noch nationale Systeme für eine möglicherweise kurze Dauer zu entwickeln, erklärte der Verband der Automobilindustrie (VDA).