"Erdstunde" soll Bewusstsein für Umweltprobleme schärfen

Sydney stellt für den Klimaschutz eine Stunde den Strom ab

Die australische Küstenstadt Sydney hat am Samstagabend (Ortszeit) für den Klimaschutz eine Stunde lang den Strom abgestellt. Die Unterstützung für die Aktion „Erdstunde“ (“Earth Hour“) sei riesig gewesen, teilte der australische Ableger der Naturschutzorganisation World Wildlife Fund mit.

Die rund vier Millionen Einwohner der Stadt waren aufgefordert, um 19.30 Uhr für eine Stunde die Lichter auszumachen. Auch Unternehmen wie McDonald's beteiligten sich an der Aktion. Viele Restaurants boten Abendessen bei Kerzenlicht an. Die australische Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett sprach von einer "aktiven, bedachten Dunkelheit".

Die weltberühmte Oper am Hafen von Sydney lag eine Stunde im Mondschein, und McDonald's schaltete sein "goldenes M" aus. Das Newton Hotel, nach eigenen Angaben Australiens älteste Schwulenbar, verteilte Taschenlampen an seine Kunden. Erstmals seit 1974 stellte auch der Nachtklub King's Cross die berühmte blinkende Coca-Cola-Neonreklame an der Fassade ab. Viele Schulen veranstalteten "Earth Hour"-Parties.

Der World Wildlife Fund hatte die Aktion zehn Monate lang vorbereitet. Die Organisation wollte damit das Bewusstsein der Menschen für die Umweltprobleme schärfen und hoffte auf Nachahmer in aller Welt. Mit dem freiwilligen Stromausfall solle es gelingen, "dass das Thema aus den Spezialistenkreisen heraus kommt" und für jeden spürbar werde, sagte WWF-Sprecher Andy Ridley. Die Schauspielerin Blanchett sagte, die Stunde sei "eine Feier" für das Erwachen des Klimaschutzes.

( afp )