Champions-League: Doping-Eklat um Torhüter

Bayern zieht Berufung im Fall Kahn zurück

Die Sperre des Keepers wegen der "Pinkel-Affäre" bleibt somit bestehen.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München hat seine Berufung im Fall des Doping-Eklats um Torwart Oliver Kahn überraschend zurückgezogen. Mit dem Verzicht auf die Berufung solle der Mannschaft vor den Partien am Sonnabend gegen Schalke 04 und am Dienstag in der Champions League beim AC Mailand "eine konzentrierte Vorbereitung" ermöglicht werden, teilte der Verein mit. Damit wird Kapitän Kahn wegen der durch die Europäischen Fußball-Union (Uefa) ausgesprochenen Sperre am Dienstag im Viertelfinal-Hinspiel beim AC Mailand fehlen.

Erst nach eingehender Prüfung der schriftlichen Urteilsbegründung hatte der deutsche Rekordmeister am vergangenen Montag im Fall Kahn Berufung eingelegt. Die Uefa hatte den Routinier wegen seines schlechten Benehmens bei einer Dopingkontrolle nach dem Achtelfinal- Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid am 7. März für eine Partie gesperrt.

Zu dem Vorfall war es gekommen, als Kahn nach einer ersten unbeobachteten Dopingprobe von Uefa-Arzt Franz Krösslhuber aufgefordert wurde war, eine erneute Probe abzugeben. Daraufhin hatte der Bayern-Kapitän nach Angaben des österreichischen Uefa-Kontrolleurs seinen voll gefüllten Urinbecher Wut entbrannt in eine Toilette geschleudert. Zudem soll Kahn wüste Beschimpfungen ausgestoßen haben. "Der Arzt war in offizieller Funktion im Einsatz", erklärte Uefa-Ankläger Gerhard Kappl. "Daher ist das so zu behandeln wie eine Schiedsrichterbeleidigung."

Auch abgesehen von diesem Ausraster soll Kahn gegen das Reglement verstoßen haben. Demnach sind die nach einer Partie für die Dopingprobe ausgelosten Profis verpflichtet, die Kontrollstation "unmittelbar nach Spielende" aufzusuchen. Kahn soll aber erst einmal unter die Dusche gegangen sein. Kahn hatte sich für sein Fehlverhalten im Nachhinein entschuldigt. "Zum vierten Mal erwischte es von 18 möglichen Spielern ausgerechnet mich. Ich war genervt", begründete der Routinier sein schlechtes Benehmen.