Justiz: Unverhoffter Erfolg der Polizei

Räuber stellt sich selbst

Sein schlechtes Gewissem und der brennende Wunsch, ein neues Leben beginnen zu wollen, trieben einen 20-jährigen Hamburger zu einem drastischen Entschluss: Er stellte sich freiwillig der Polizei.

Hamburg. Für die guten Dinge im Leben ist es nie zu spät. Das hört sich nach einer altklugen Binsenweisheit an; für einen jungen Hamburger war dieser Gedanke dennoch Grund genug sein Leben zu ändern. Und wie sich herausstellte, gab es da einiges, das sich zu ändern lohnt. Denn der 20-Jährige war schlicht und ergreifend kriminell, und das seit April 2005. Er war ein Räuber, der bewaffnet ein Tabakwarengeschäft in der Altstadt und eine Apotheke in Ottensen überfallen hat. Er brach in eine Privatwohnung ein, klaute einen Flachbildschirm und überfiel einen Elektromarkt. Auch ein Coffee-Shop in der Altstadt war nicht vor ihm sicher. Sogar eine Klinik in Rissen erleichterte er um mehrere Hundert Euro Bargeld. Erst 20 also, aber schon ganz schön was auf dem Kerbholz.

Umso erstaunter müssen die Beamten der Sicherungswache am Hauptbahnhof gewesen sein, als sich eben dieser junge Übeltäter am Mittwochabend auf ihrer Wache einfand und gestand und zwar alles. Sein Gewissen trieb ihn zu diesem Schritt, so der geständige Räuber. Er wolle ein neues Leben beginnen.

Mit dem neuen Leben zumindest in Freiheit wird er noch ein wenig warten müssen. Das mit dem reinen Gewissen das zumindest hat schon geklappt.