Hamburg: Schulbehörde will intensivere Förderung von Kindern

Schulklassen werden kleiner

In den sozialen Brennpunkten der Hansestadt wird es mit Beginn des neuen Schuljahres nur noch 19 Kinder in den ersten Schulklassen geben. Kritik von der SPD: "Der Senat scheitert am eigenen Anspruch. "

Hamburg. Erstklässler aus Hamburger Problem-Stadtteilen werden im kommenden Schuljahr in Klassen mit durchschnittlich 19 Kindern unterrichtet. In Schulen, die nach der so genannten KESS-Studie (Kompetenzen und Einstellungen von Schülerinnen und Schülern) den Sozialindex eins oder zwei erreichen, würden für 3990 Schüler 206 erste Klassen eingerichtet, teilte die Schulbehörde mit. Das entspreche etwa 19 Schülern pro Regelklasse - acht weniger als im vergangenen Jahr. Die kleinste Klasse habe 16 Schüler, die größte 23. Während Schulsenatorin Alexandra Dinges-Dierig (CDU) von einem großen Erfolg sprach, nannte die SPD das Ergebnis enttäuschend.

Dinges-Dierig sagte: "Wir haben uns im Senatsprogramm 'Lebenswerte Stadt' vorgenommen, die Grundschulklassen in allen Stadtteilen mit Problemlagen ganz besonders zu verkleinern: Dieses Ziel haben wir voll erreicht." In jeder dritten Hamburger Grundschule würden die Kinder jetzt eine intensivere Förderung erfahren können und auch in allen anderen Eingangsklassen sinke die Klassengröße deutlich. Laut Schulbehörde reduziere sich die durchschnittliche Schülerzahl pro erste Klasse über alle Schulen hinweg von 27 auf knapp 23.

Erfreulich ist laut Bildungsbehörde ein deutlicher Anstieg der Anmeldungen für Vorschulen. Insgesamt seien zum kommenden Schuljahr 6353 Kinder angemeldet worden, etwa 1000 mehr als im vergangenen Jahr und etwa 200 mehr als im Schuljahr 04/05 - dem letzten Jahr vor Einführung der Vorschul-Gebühren. Davon seien 2141 Kinder in Stadtteilen mit Problemlagen an Schulen mit Sozialindex KESS 1 und 2 angemeldet, was einer Steigerung von etwa 22 Prozent ausmache. Dinges-Dierig nannte die Anmeldezahlen "sehr ermutigend".

Kritik kam dagegen von der SPD. Obwohl laut Senat die Klassengröße von Grundschulen in sozial schwachen Stadtteilen zwischen 18 und 20 Schüler betragen soll, gebe es immer noch Klassen mit bis zu 23 Kindern. "Der Senat scheitert am eigenen Anspruch", sagte der schulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Wilfried Buss. Völlig unverständlich sei eine Klassengröße von 32 Schülern, wie sie außerhalb der sozialen Brennpunkte nach wie vor erreicht werde. Der Senat verfehle hier deutlich sein selbst gestecktes Ziel von 24 bis 26 Schülern.